Aargauische Waldbesitzer wollen bei Wildkorridoren sparen

Gut eine Million Franken will die Aargauer Regierung im Wald sparen. Der Waldwirtschafts-Verband wehrt sich aber gegen diese Vorschläge und sieht Biodiversität und Naturschutz im Aargauer Wald gefährdet. An der gestrigen GV machte der Verband nun eigene Sparvorschläge.

Waldlanschaft

Bildlegende: Wald (hier bei Würenlos) gehört zum Aargauer Landschaftsbild. Es gilt den Aargauer Wald zu schützen, findet der Verband. Keystone

Rund eine Million Franken will die Aargauer Regierung ab 2015 im Wald einsparen. Gut 700'00 Franken allein beim Naturschutzprogramm Wald, weitere 200'000 Franken bei den Revierleistungen, welche die Aargauer Forstbetriebe Jahr für Jahr für den Kanton erbringen.

Für diese Leistungen rechnen die Betriebe mit einem Aufwand von gegen 900'000 Franken. Schon heute bezahlt der Kanton dafür nur die Hälfte der geforderten Leistungen, mit dem Sparpaket wird es nur noch rund ein Drittel sein.

Auf Kosten des Naturschutzes und der Waldbesitzer

Diese Sparmassnahmen würden aber auf Kosten des Naturschutzes und der Artenvielfalt im Wald gehen, betonten Vertreter des Waldwirtschafts--Verbands an der gestrigen Generalversammlung. Die Zeche hätten zudem die Einwohnergemeinden und die privaten Waldbesitzer zu bezahlen, die vermehrt zur Kasse gebeten würden.

Weniger Arbeit im Wald, heisse aber auch Sparen beim Personal. Theo Kern, Geschäftsführer des Aargauischen Waldwirtschafts-Verbands, rechnet mit rund 10 Vollzeitstellen, die gestrichen werden müssen. Dabei treffe es vor allem strukturschwache Gegenden und Leute mit geringer Ausbildung. Einmal mehr treffe es die Schwächsten unserer Gesellschaft, sagte Kern dem Regionaljournal.

Sparen bei der kantonalen Verwaltung

Wald und Baumstämme

Bildlegende: Der Aargauer Waldwirtschaftsverband warnt vor Sparmassnahmen der Regierung. Die Biodiversität sei gefährdet. Keystone

Die Waldbesitzer kritisierten aber nicht nur, sie machten auch eigene Sparvorschläge. Wenn man schon im Wald Personal abbauen müsse, dann könne man das Gleiche auch von der kantonalen Verwaltung verlangen, hielt Kern weiter fest.

Noch grösseres Sparpotential sieht der Waldwirtschafts-Verband bei den geplanten Wildtierkorridoren. «Hier schlagen wir ein mehrjähriges Moratorium vor», sagte Kern. Mit dem vorläufigen Verzicht auf diese Bauten könne man die erforderliche Summe locker einsparen, sind die Waldbesitzer überzeugt.

Skepsis beim Kanton

Beim Kanton zeigt man sich hingegen skeptisch. Noch lange nicht alle Wildkorridore seien kostenintensiv, hielt ein Sprecher des Baudepartements fest. Ausserdem müssten nicht alle Projekte vom Kanton bezahlt werden. Geldgeber sind unter anderem auch der Bund, wenn der Wildtierkorridor über Autobahnen führt, oder die SBB.