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Aargau Solothurn Abbau bei GE: Aargauer Regierungsrat spricht von «hartem Schlag»

Der Aargauer Regierungsrat will sich dafür einsetzen, dass der angekündigte Abbau von 1300 Stellen bei General Electric (GE) im Kanton Aargau möglichst gering ausfällt. Volkswirtschaftsdirektor Urs Hofmann bezeichnete den Abbau als «harten Schlag». Der Kanton bietet den Betroffenen Unterstützung an.

Legende: Video Aargauer Regierungsrat spricht von «hartem Schlag» abspielen. Laufzeit 02:35 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 13.01.2016.

«Wir werden uns dafür einsetzen, dass der Stellenabbau möglichst gering ausfällt und für die Betroffenen sozialverträgliche Lösungen gefunden werden», versicherte Volkswirtschaftsdirektor Hofmann (SP) am Mittwoch in einer Stellungnahme.

Als positiv schätze der Regierungsrat ein, dass GE die Standorte Baden, Birr, Dättwil, Turgi und Oberentfelden weiter betreibe und sich zu einem langfristigen Engagement im Aargau bekenne.

Dazu gehört gemäss Kanton die Ansiedlung von zwei globalen Sparten-Hauptsitzen in Baden (Headquarters Power Services und Steam Power Systems) sowie weiterer Unternehmenseinheiten in den Bereichen Service, Gas, Dampf, Erneuerbare Energien und Energiemanagement.

Damit werde erstmals die weltweite Leitung eines bedeutenden GE-Unternehmensbereichs ausserhalb der USA angesiedelt. Dies zeigt laut Regierungsrat, «dass das Unternehmen von den Qualitäten des Standorts Aargau überzeugt ist».

GE begründe den schmerzlichen Einschnitt mit strukturellen Problemen, insbesondere mit den Einbrüchen im Segment Gas- und Dampfkraft in den letzten Jahren. Der Konzern habe der Regierungsratsdelegation am Mittwoch versichert, dass die betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter während des Abbauprozesses unterstützt und begleitet würden.

Kanton fordert sozialverträgliche Lösungen

Der Regierungsrat setzt eine Taskforce ein unter Leitung des Chefs des kantonalen Amts für Wirtschaft und Arbeit. Die Taskforce solle zusammen mit der Unternehmensleitung und den Sozialpartnern Massnahmen erarbeiten.

Als Möglichkeit sieht der Kanton Kurzarbeit, Fluktuationen und Frühpensionierungen. Unumgängliche Kündigungen müssten sozialverträglich ausgestaltet werden.

Das Amt für Wirtschaft und Arbeit werde die Betroffenen unterstützen. Auch habe der Regierungsrat bereits ein nächstes Treffen mit der obersten Unternehmensebene vereinbart.

Badener Stadtammann sieht auch Chancen

Der Stadtammann von Baden, Geri Müller, sagte auf Anfrage, ein Stellenabbau höre man nie gerne. Dieser sei für die Region «bedeutend». In der Energiebranche, die für die Region Baden eine grosse Bedeutung habe, werde es weiterhin wie in den vergangenen fünf Jahren ein Auf und Ab geben.

Er gehe davon aus, dass GE sich auf die wichtigen Sektoren in der Energiebranche konzentriere, hielt Müller (Grüne) fest. Nach der Restrukturierung könne es wieder eine positive Entwicklung geben. Baden gelte als Zentrum für Innovationen in der Strom- und Energiebranche.

Dass die beiden Global Headquarters in Baden bleiben sollen, sei ein Bekenntnis zum Standort Schweiz und zur Region mit dem Cluster, zu dem auch ABB und Axpo gehörten. Das sei «in einem gewissen Sinn die positive Botschaft». Ihm sei es jedoch klar, dass der Stellenabbau für die Betroffenen immer ganz schwierig sei.

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1 Kommentar

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  • Kommentar von Rolf Bolliger (robo)
    Nun werden also im Aargau 1300 Mitarbeiter auf die Suche eines anderen Arbeitsplatzes aufgefordert. Es sind vorwiegend gut ausgebildete Fachkräfte, die in der "GE" bald Frei gestellt werden! Viele werden künftig einen weiteren Arbeitsplatz oder sogar eine neue Wohngemeinde suchen müssen! Ein Vorteil für die ewige Wachstums- Wirtschaft wird dieser Entscheid trotzdem haben: Es braucht jetzt, statt Zehntausende von jährlich "gerufenen" eingewanderten Fachleute aus dem Ausland, 1300 weniger!
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