Absage für Aargauer Mundart-Initiative

Die aargauische Volksinitiative «Ja für Mundart im Kindergarten» der Schweizer Demokraten wird dem Aargauer Stimmvolk ohne Gegenvorschlag zur Ablehnung empfohlen. Der Aargauer Grosse Rat schloss sich am Dienstag mit 92 zu 34 Stimmen der Meinung der Regierung an.

Kindergarten

Bildlegende: Wieviel Hochdeutsch soll es sein: vorerst wird ab 2014 während einem Drittel der Unterrichtszeit Hochdeutsch gesprochen. Keystone

Über den Wert der Mundartsprache im Hinblick auf die Integration fremdsprachiger Kinder waren sich die Fraktionen nicht einig. Für die SP zielt Mundart gegen die Integration. Für die SVP hingegen fördert Dialekt die Eingliederung von ausländischen Kindern. Dies sagte Fraktionssprecher Christoph Riner in der Abendsendung des Regionaljournals Aargau Solothurn.

Die SVP war die einzige Fraktion, welche die Initiative der Schweizer Demokraten zur Annahme empfehlen wollte. Alle anderen Fraktionssprecher waren der gleichen Meinung wie die Regierung. Die CVP argumentierte, dass Hochdeutsch den Eintritt in die Primarschule erleichtere.

Es gebe keinen Grund, die Standartsprache aus dem Kindergarten zu verbannen, sagte auch Erziehungsdirektor Alex Hürzeler (SVP). Die Volksabstimmung soll im nächsten Jahr stattfinden.

Forderung teilweise umgesetzt: nur noch ein Drittel Hochdeutsch

Die Regierung hat einen Teil des Anliegens der Schweizer Demokraten teilweise aufgenommen. Sie legte im neuen Lehrplan für den Kindergarten fest, dass die Kindergärtnerinnen und Kindergärtner künftig nur noch während einem Drittel der Unterrichtszeit Hochdeutsch sprechen sollen.

Diese neue Regelung tritt am 1. August 2014 in Kraft. Seit dem Beginn des Schuljahres 2008 galt, dass die Unterrichtspersonen während der Hälfte der Zeit die Standartsprache benutzen sollen.