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Abstimmung 10. Juni Sanierung Alte Reithalle Aarau: Leuchtturm oder unnötig?

Am 10. Juni werden in Aarau die Weichen für die Alte Reithalle gestellt. Ein überteuertes Vorhaben – oder eine Chance?

Umbau alte Reithalle Aarau

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  • Das Veranstaltungshaus soll neu primär als Mehrspartenhaus für Theater, Tanz, Zirkus und klassische Musik genutzt werden.
  • Bis zu 600 Plätze und eine flexible Nutzung sind vorgesehen.
  • Totalkosten: 20,5 Millionen Franken.
  • Davon bezahlt die Stadt Aarau: 7,7 Millionen Franken.
  • Der Kanton Aargau steuert ebenfalls 7,7 Millionen Franken aus dem Swisslosfonds bei.
  • Stadtrat und Einwohnerrat empfehlen ein Ja zur Vorlage. Ausser der SVP stehen alle Parteien hinter dem Projekt.

Darum geht es: Die Alte Reithalle in Aarau wurde früher vom Militär genutzt, die Kavallerie ist aber längst ausgezogen. Die Halle mit dem hohen Raum und Balken im Dachstock steht mitten in Aarau. In den vergangenen Jahren gab es diverse kulturelle Zwischennutzungen in der Halle. Nun soll die kulturelle Nutzung definitiv werden.

Die Alte Reithalle soll dafür saniert und umgebaut werden. Das Ziel: Ein Haus für Theater, Tanz, Musik, Zirkus und klassische Musik. Hier soll Argovia Philharmonic, das Aargauer Sinfonieorchester, als Hauptnutzer eine Heimat finden. Bisher hat das Orchester in Aarau keinen festen Konzertort.

Reithalle
Legende: SRF

Das sagen die Befürworter: Die Befürworter der Alten Reithalle sind als Verein organisiert. Der Verein «Freunde Alte Reithalle Aarau» wurde im September 2017 gegründet. Er hat eine breite Unterstützung aus Kultur, Politik und Wirtschaft. Der Verein macht momentan unter anderem Führungen durch die Reithalle.

«Wir haben viele Besucher mit sehr kritischen Fragen zum Bauprojekt. Fachleute aus Architektur, Politik und Kultur konnten viele Fragen klären und die Besucher für ein Ja zur Vorlage überzeugen», sagt Käthi Perlini, Präsidentin des Vereins «Freunde Alte Reithalle Aarau» mit Blick auf die Abstimmung.

Für die Befürworter ist klar: Die Reithalle hat sich nach fünf Jahren Sommerbespielung etabliert und ist als Kulturort gefragt. Das müsse weitergehen. Das Geld für die Sanierung sei wichtig und bringe der Stadt viel: «Ja, das Projekt kostet, aber es bringt ganz viel. Es wird die Stadt über die Region hinaus bekannt machen, als Kulturstadt», sagt Käthi Perlini vom Pro-Verein weiter.

Reithalle
Legende: SRF

Das sagen die Gegner: Die Gegner sind Verrtreter der SVP Aarau-Rohr. Die Partei tritt nicht ganz geschlossen gegen das Bauprojekt an. Sie stimmte im Einwohnerrat als einzige Partei gegen das Vorhaben. «Es ist fatal, einen Teil des Kasernenareals definitiv zu gestalten, bevor Klarheit über die Gesamtplanung des Areals herrscht», findet eine Mehrheit der SVP. Sie warnt ausserdem vor den jährlichen Mehrkosten, die das Bauprojekt für die Stadt Aarau bedeutet. Zudem gehöre das Gebäude dem Kanton, die Stadt habe keinerlei Verantwortung, hier ein Kulturhaus zu bauen.

«Wir haben nichts gegen Kultur, aber das Mass ist überschritten. Aarau hat bereits eine hohe Kulturförderung und mit dem Kultur- und Kongresshaus KUK bereits ein wunderbares Kulturhaus», sagt Susanne Heuberger, Fraktionspräsidentin der SVP Aarau-Rohr, gegenüber SRF. Mit der Reithalle werde das KUK bewusst abgewertet. Das sei unnötig.

Zudem sei der aktuelle Wahlkampf nicht ganz fair. Das Pro-Komitee habe sehr viel finanzielle Unterstützung aus den Bereichen Kultur und Wirtschaft. Die Mittel der SVP seien im Vergleich eingeschränkt. «Das ist wie David gegen Goliath», so Heuberger weiter. Eine Prognose für den Abstimmungsausgang wollen beide Parteien nicht wagen. Am 10. Juni ist klar, was mit der Halle mitten in der Stadt Aarau künftig passiert.

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