Ärzte kritisieren Rothrister Kinderpraxis

Das am Montag eröffnete «Swiss Child Care Zentrum» in Rothrist stösst bei den Ärzten in der Region Zofingen auf Unverständnis. Kinderpraxis und die Tagesklinik seien eine gute Sache, die Spezialabteilungen Lungenheilkunde und Kinderchirurgie jedoch unnötig.

Logo des Swiss Child Care Zentrums in Rothrist, auf der Glaswand des Wartezimmers

Bildlegende: Die Haus- und Kinderärzte der Region Zofingen haben Mühe damit, dass das neue Zentrum auch noch Spezialabteilungen hat. SRF

Kaum eröffnet wirft das neue Swiss Child Care Zentrum in Rothrist bereits Wellen. Die Hausärzte sowie die Kinderärzte der Region Zofingen bezeichnen die beiden Spezialabteilungen des Zentrums als unnötig. Laut Kinderärztin Monica Glauser haben es die Initianten versäumt, vorher den Bedarf in der Region abzuklären. «Dann wäre klar geworden, dass es nicht noch 2 Chefärzte für Lungenheilkunde und Kinderchirurgie braucht», erklärt die Ärztin. Die Kommunikation zwischen dem Zentrum und den Kinderärzten sei grundsätzlich nicht optimal gewesen.

Zentrum weist Kritik zurück

Kritische Töne gibt es auch bei den Hausärzten. «Die Klinik macht nicht was nötig ist, sondern was sie im Angebot hat», schreibt der Präsident der Hausärzte Region Zofingen, Heinz Bhend, in einer schriftlichen Stellungnahme.

So verkomme die Medizin zunehmend «zum blanken Geschäft», heisst es weiter. Die Kinderpraxis mit einem Pädiater - das plant das Zentrum ebenfalls - heissen die Ärzte hingegen gut.

Beim SwissChildCare Zentrum versteht man die Kritik nicht. Man habe im Vorfeld das Gespräch mit den Kinderärzten gesucht, erklärt Zentrums-Geschäftsführer Zacharias Zachariou. Mit den beiden Spezialgebieten schaffe man eine Ergänzung, nicht mehr und nicht weniger. «Wer dieses Angebot nutzen will, der tut das. Und wer das nicht will, lässt es sein.»

Zachariou kann sich vorstellen, dass die Haus- und Kinderärzte gewisse Ängste haben könnten, Patienten zu verlieren. Dies sei aber unbegründet, erklärt er. Monica Glauser verneint dies auf Anfrage. Davon könne keine Rede sein.