AKW Beznau erhöht Sicherheitsmargen bei Hochwasser

Das Atomkraftwerk Beznau in Döttingen AG hat die Sicherheitsmargen im Falle eines Hochwassers der Aare erhöht. Der Energiekonzern Axpo setzte als Betreiber der beiden Reaktoren die Massnahmen um, welche Atomaufsichtsbehörde ENSI gefordert hatte.

AKW Beznau by night.

Bildlegende: Das AKW Beznau ist nun gerüstet für ein extremes Hochwasser, wie es alle 10'000 Jahre vorkommt. Keystone

Damit sei die Sicherheitsmarge des AKW Beznau gegen eine externe Überflutung auf 6,15 Meter gestiegen, was einer Überflutung des Kraftwerksgeländes von 7,0 Metern entspreche. Das teilte das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (ENSI) am Montag auf seiner Website mit.

Das AKW Beznau mit den beiden flussgekühlten Reaktoren beherrsche ein Hochwasser, wie es sich alle 10'000 Jahre ereignen könne. Das gelte auch bei einer zusätzlichen Verklausung, der möglichen Verstopfung einer Brücke oder eines Wehres.

Dies zeigen gemäss ENSI die Technischen Berichte der Axpo zur maximalen Überflutungshöhe der Beznau-Insel. Die Aufsichtsbehörde macht die 2014 geprüften Berichte nun öffentlich, dies auf Druck des eidgenössischen Öffentlichkeitsbeauftragten. Bei der Bundesstelle, die über das gesetzliche Öffentlichkeitsprinzip wacht, war ein Gesuch für die Veröffentlichung des Berichtes eingegangen.

Studie über mögliche Extremhochwasser

Das ENSI überprüft zurzeit, ob weitere Massnahmen sinnvoll sind, um den Schutz der herkömmlichen Sicherheitssysteme gegen eine externe Überflutung zu verbessern.

Es hatte die AKW-Betreiber nach der Reaktorkatastrophe im japanischen Fukushima von 2011 aufgefordert, die Sicherheitsmargen gegen eine externe Überflutung zu überprüfen und hatte Verbesserungen angeordnet.

Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) lancierte vergangene Woche eine Studie über mögliche Extremhochwasser entlang der Aare. Diese dient dazu, die Risiken solcher Ereignisse für rund 15 Stauwehre und für die AKW Mühleberg, Gösgen sowie Beznau neu zu beurteilen.

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Wie sicher ist das AKW Beznau?

17 min, aus Rundschau vom 16.9.2015