AKW Gösgen schon wieder vom Netz

Im Atomkraftwerk Gösgen ist erneut ein Problem mit dem neuen Stromgenerator aufgetreten. Aus diesem Grund ging das AKW während des laufenden Probebetriebs am Donnerstagmorgen vom Netz. Der Produktionsunterbruch wird voraussichtlich mindestens eine Woche dauern.

Kühlturm Gösgen

Bildlegende: Das Atomkraftwerk Gösgen ist bereits wieder vom Netz. Beim neuen Stromgenerator sind wieder Probleme aufgetreten. Keystone

Aus noch unbekannten Gründen gelangte eine geringe Menge Dichtöl ins Innere des Generators, wie die Kernkraftwerk Gösgen-Däniken AG (KKG) mitteilte.

Das austretende Öl habe sich in einer dafür vorgesehenen Auffang- und Detektionsvorrichtung im Innern des gasdichten Generatorgehäuses gesammelt. Diese Einrichtung sei periodisch entleert worden. Die Gas-Dichtheit des Generators sei jederzeit gewährleistet gewesen.

Um die Ursache für das Ölleck abzuklären, wurde gemäss KKG am Donnerstagmorgen 7 Uhr Uhr die Leistung des Atomreaktors planmässig und kontinuierlich reduziert. Um 9 Uhr wurde der Generator vom Netz getrennt, und der Reaktor wurde anschliessend abgeschaltet.

Probleme mit neuem Stromgenerator

Probleme mit dem neu eingebauten Stromgenerator hatte es bereits zuvor gegeben. Sie verlängerten die Revionsarbeiten unplanmässig. Der Rotor des Generators musste wieder ausgebaut werden.

Abklärungen ergaben, dass die Kühlgas-Austrittsöffnungen noch verschlossen gewesen waren. Am 23. Juli wurde das AKW im Probebetrieb wieder hochgefahren.

Aufgabe des Dichtölsystems

Wie die KKG in einer Mitteilung erläutert, muss die Rotorwelle des wasserstoffgekühlten Generators gasdicht aus dem Generatorgehäuse geführt werden. Die Abdichtung werde durch eine Spaltdichtung erreicht, welcher unter Druck Dichtöl zugeführt werde.

Solange der Dichtöldruck im Ringspalt grösser sei als der Generator-Gehäusedruck, könne ein Entweichen von Wasserstoff aus dem Generatorgehäuse ausgeschlossen werden. Die Versorgung der Wellendichtungen mit dem erforderlichen Dichtöl erfolge durch das Dichtölsystem.

Der Frust ist gross

Herbert Meinecke, Leiter des AKW Gösgens, ist verärgert über die erneute Zwangspause: «Die Probleme mit dem Hersteller des Generators häufen sich.»
Welche Konsequenzen das Leck für den Hersteller haben werde, sei noch nicht klar, so Meinecke gegenüber dem Regionaljournal Aargau Solothurn von Radio SRF. Die Verträge würden nun juristisch geprüft.

Durch den Ausfall verliert das AKW Gösgen fast eine Million Franken pro Tag, weil es keinen Strom liefern kann.