AKW Leibstadt darf weiterhin Javelwasser nutzen

Das Kernkraftwerk Leibstadt darf weiterhin sein Kühlwasser mit Javelwasser reinigen. Das Eidgenössische Inspektorat für Nuklearsicherheit hat die Bewilligung verlängert. Noch immer gibt es zu viele Bakterien im Kühlwasser.

Blick auf das AKW Leibstadt von deutscher Seite (im Vordergrund der Rhein).

Bildlegende: Das Kernkraftwerk Leibstadt leitet einen Teil des Kühlwassers in den Rhein ab. Keystone

Das Kühlwasser des Atomkraftwerks Leibstadt enthält zu viele Legionellen. Diese Bakterien sind gefährlich, sie können die sogenannte Legionärskrankheit verursachen, eine Lungendentzündung mit zum Teil lebensgefährlichem Verlauf. Deshalb darf Leibstadt sein Kühlwasser seit dem Sommer 2011 desinfizieren.

Nun wurde die Bewilligung für das Verfahren mit Javelwasser erneut verlängert, wie das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (Ensi) am Mittwoch mitteilte. Das Bundesamt für Gesundheit, das Bundesamt für Umwelt, der Kanton Aargau und das Landratsamt Waldshut hätten der Verlängerung zugestimmt, heisst es weiter. Das Kernkraftwerk setzt dem Kühlwasser alle zwei Wochen Javelwasser zu. Die Bewilligung gilt bis im September.

Ungefährliche Konzentration im Rhein

Laut Angaben des Kernkraftwerks wird das Chlor natürlich abgebaut. Die Konzentration betrage beim Einleiten des Wassers in den Rhein noch lediglich 0,00005 Gramm pro Liter Wasser und sei unbedenklich, hiess es in einer Mitteilung aus dem Jahr 2012.

Nach der Jahresrevision 2013 plane das Kernkraftwerk einen Versuch mit einem neuen Verfahren, dann wolle man Chlordioxid zur Desinfektion verwenden, heisst es beim Ensi weiter.