AKW Leibstadt hat die Bohrlöcher zugeschweisst

Die vor kurzem entdeckten sechs Bohrlöcher im Sicherheitsmantel des AKW Leibstadt sind zugeschweisst. Jetzt wartet die Betreiberin auf den Segen des Eidgenössischen Nuklearsicherheitsinspektorats ENSI.

AKW Leibstadt von aussen

Bildlegende: Leibstadt ist das bislang letzte in der Schweiz gebaute Kernkraftwerk. Es hat 1984 seinen Betrieb aufgenommen. Keystone

Das Kernkraftwerk Leibstadt (KKL) habe seine Arbeit getan, sagte KKL-Sprecherin Karin Giacomuzzi am Donnerstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Es sei nun am ENSI zu beurteilen, ob die Vorgaben erfüllt worden sind. Die vom ENSI gesetzte Frist läuft am Freitagabend um 23 Uhr ab. Bis zu diesem Zeitpunkt wird auch der ENSI-Entscheid erwartet.

Die sechs, rund sechs Millimeter dicken Bohrlöcher im Primärcontainment waren vor kurzem entdeckt worden. Sie waren 2008 von Fremdpersonal für das Aufhängen von Feuerlöschern in die Stahlschutzhülle gebohrt worden. Durch fünf der sechs Bohrlöcher wurden Schrauben eingeführt, ein Loch blieb unbenutzt.

Es soll keine Gefahr bestanden haben

Die Löcher blieben lange unbemerkt, weil die ENSI-Fachleute kurz vor dem Anbringen der Löcher das Containment zum letzten Mal auf seine Dichtheit hin geprüft hatten. Eine Gefahr, dass Radioaktivität entweichen konnte, bestand gemäss KKL und ENSI aber nie, weil im Primärcontainment Unterdruck herrscht.

Bei der Revision im Jahr 2008 hatte es noch einen anderen Zwischenfall gegeben. Vier Personen hatten damals radioaktiven Staub eingeatmet.

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Revision Atomkraftwerk Leibstadt

3:36 min, aus Schweiz aktuell vom 12.8.2008