AKW-Notfall-Lager verbesserungswürdig

Das im Sommer 2011 in Betrieb genommene Notfallmaterial-Lager der AKW-Betreiber in Reitnau erfüllt seinen Zweck. Das ergab eine Beurteilung durch das Nuklearsicherheitsinspektorat ENSI. Dennoch muss das Konzept in einzelnen Punkten überarbeitet werden.

Grundsätzlich erfüllt das neue Notfall-Lager seinen Zweck, befindet die Aufsichtbehörde. Trotzdem gibt es Verbesserungsbedarf: Die Ensi-Forderungen betreffen vor allem den Betrieb und den Personaleinsatz. Verlangt wird beispielsweise, dass bei einer Notfallsituation zusätzliches Personal rasch zur Verfügung steht.

AKW Gösgen

Bildlegende: Wenn hier etwas passiert, kann man in Reitnau Material besorgen. Keystone

In einem Notfall könne die schnelle Erstunterstützung von zusätzlichen Fachkräften entscheidend zur Beherrschung der Situation beitragen, heisst es in einer Ensi-Mitteilung.

Das Ensi stellte zudem fest, dass die Kommunikation in Reitnau bei einem Ausfall oder bei einer Überlastung des Mobilfunknetzes nur noch über einen einzigen Kabelweg möglich wäre. Deshalb wird in diesem Bereich eine Nachrüstung gefordert.

Einrichtung tauglich

Das Ensi kommt in seinem Bericht jedoch zum Schluss, dass die Einrichtung für die Lagerung von Geräten und Hilfsstoffen, die bei schweren Unfällen in Schweizer AKW gebraucht werden, tauglich ist. Auch die Lage und die Distanz zu den Kernanlagen betrachtet das Ensi als vorteilhaft.
 
Im erdbeben- und überflutungssicheren Lager in Reitnau im aargauischen Suhrental werden Ausrüstungen zur Bekämpfung von schweren Unfällen einsatzbereit gelagert. Sie kommen dann zum Einsatz, wenn die Mittel am AKW-Standort ausgefallen sind oder nicht mehr genügen.
 
Bei den eingelagerten Materialien handelt es sich um leistungsfähige Notstromaggregate, mobile Pumpen zur Einspeisung von Wasser, Stromkabel, Kühlmittelschläuche, Borierungsmittel zur Unterbindung der Kettenreaktion im Reaktor, Werkzeuge, Schutzmittel, Messgeräte und Feuerwehrausrüstungen.