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Aargau Solothurn Alte Tram-Diskussion um Bremgarten-Dietikon-Bahn neu entfacht

Der Bund schreibt bei der Bremgarten-Dietikon-Bahn drei neue Schranken vor. Der Kanton wollte dies damit umgehen, dass die Bahn an diesen Stellen als Tram langsam fährt. Die Bahn ist dagegen. Nun kämpft die Gemeinde Zufikon mit dem «Tram-Argument» gegen das Schranken-Baugesuch in Bremgarten.

Bahn in der Nähe von Bremgarten
Legende: Der Bund verlangt für drei Übergänge der Bremgarten Dietikon Bahn Schranken. Die Gemeinde Zufikon wehrt sich. Keystone

Für den Bund ist klar, die Bremgarten-Dietikon-Bahn ist an drei Stellen gefährlich, es braucht Bahnübergänge, sprich Barrieren. Konkret geht es um zwei Übergänge auf dem Mutschellen, in Berikon und Rudolfstetten und um einen Übergang in Bremgarten, bei der Haltestelle Bibenlos an der Grenze zur Gemeinde Zufikon.

Übergang der Rhätischen Bahn
Legende: Die Gemeinde Zufikon befürchtet Stau durch eine Barriere der Bremgarten-Dietikon-Bahn bei Bibenlos-Kreuzung. Keystone (Symbolbild)

Der Kanton Aargau und die Gemeinden Widen und Berikon befürchteten im Vorfeld ein Verkehrschaos. Zusammen mit der Bremgarten-Dietikon-Bahn wehrten sie sich beim Bund, verzichteten dann jedoch auf einen Gang bis vor Bundesgericht. Die Bremgarten-Dietikon-Bahn will die drei Schranken nun bis Ende Jahr bauen, im Rahmen einer grossen Sanierungsaktion.

Angst vor Verkehrschaos in Zufikon

Gegen das konkrete Bauprojekt wehrt sich nun die Gemeinde Zufikon. Sie hat Einsprache gemacht, gegen die Schranken bei der Bibenlos-Kreuzung in Bremgarten. Dies im Rahmen des ordentlichen Planungsgenehmigungsverfahrens nach Eisenbahngesetzt. Gemeindeammann Christian Baumann erklärt die Beweggründe gegenüber Radio SRF wie folgt: «Wir fürchten, dass der Verkehr, der ohnehin schon massiv zugenommen hat, unsere beiden Gemeinden mit einer Barriere noch intensiver belasten würde».

Zusätzlich zur Einsprache will man in einer gemeinsamen Kommission mit Bremgarten gegen das drohende Verkehrschaos kämpfen. Ob auch Bremgarten Einsprache macht, ist noch offen. Doch auch hier ist die Angst vor einem Verkehrschaos gross, wie Stadtammann Raymond Tellenbach auf Anfrage von Radio SRF sagt.

«Fehleinschätzung der Gemeinden»

Bei der Bremgarten-Dietikon-Bahn schätzt man die Situation gerade bei der Bibenlos-Kreuzung völlig anders ein: «Die Situation mit Barriere wird nicht schlechter», betont Severin Rangosch. Dies habe man eigens von Experten prüfen lassen. Schon heute gibt es an dieser Stelle Vollschranken für Fussgänger. Die künftigen Halbschranken für den Autoverkehr bräuchten weniger lange, um runter- und wieder hochzufahren. Insgesamt würde die Situation also quasi verbessert, findet Rangosch.

Streitfrage Tram oder Bahn?

Besonders vehement wehrt sich Rangosch vom Bahnunternehmen gegen den Vorschlag aus Zufikon, die Bremgarten-Dietikon-Bahn an dieser Stelle als Tram fahren zu lassen. Mit diesem Trick könnte man eine Schranke umgehen. Ein Plan, den auch schon der Kanton ins Auge gefasst hatte. Für Rangosch ist dies keine Lösung: «Mit der Tramlösung muss der Lokführer so langsam fahren, dass er jederzeit anhalten kann. Die Sperrzeit wäre somit länger als mit Barriere (...). Die Tramlösung wäre somit schlechter als heute und noch viel schlechter als mit den geplanten Halbschranken».

Macht auch Kanton Einsprache?

Der Kanton will nun die Studien der Bahn genau prüfen und dann entscheiden, ob er als Strasseneigentümmer ebenfalls Einsprache machen will bei allen drei geplanten Barrieren. Sollten die Schranken kommen, überlegt sich der Kanton ein Monitoring. Dieses soll herausfinden, welche Stellen entlang der Bahnstrecke wie stark von Mehrverkehr betroffen sind, und wie man dagegen vorgehen könnte.

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1 Kommentar

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  • Kommentar von Stefan Baumgartner, Remetschwil
    Nachdem es (fast) ein offenes Geheimnis ist, dass die BDB von den anliegenden Gemeinden und dem Kanton "zwangsfinanziert" wird, sollte doch zumindest auf dem viel befahrenen Mutschellen eine Unterführung möglich sein. Die "moderne Nostalgibahn" verursacht permanent einen zusätzlichen Stau zu dem täglich schon genug grossen Verkehrschaos.
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