Zum Inhalt springen
Inhalt

Aargau Solothurn Ansturm auf Einsiedelei-Posten in der Solothurner Verenaschlucht

Über 50 Personen wollen Einsiedler oder Einsiedlerin in der Verenaschlucht bei Solothurn werden. Das sind mehr als doppelt so viele Bewerbungen wie 2009, als die Bürgergemeinde zum letzten Male den Posten besetzen musste. Viele Bewerbungen kommen aus dem Ausland.

Haus und Kapelle in der Verenaschlucht
Legende: In diesem Häuschen an der Felswand wohnt der oder die künftige Einsiedler/in wieder: 50 Leute möchten das tun. Keystone

Seit seinem Interview mit der «Süddeutschen Zeitung» sei die Zahl der eingegangen Bewerbungen sprunghaft angestiegen, sagt Sergio Wyniger, Präsident der Bürgergemeinde Solothurn, auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. So seien auch aus Deutschland und Österreich zahlreiche Bewerbungen eingegangen. Zudem erhielt Wyniger mehrere Anfragen aus anderen europäischen Ländern.

Bewerbungsfrist bis Montag

Die Einreichefrist für Bewerbungen läuft am Montag ab. Wer den Posten erhält, lebt fortan in der Verenaschlucht in einem Häuschen, das an den Felsen angebaut ist. Zu den Aufgaben gehört die Pflege des Gartens, der Kontakt mit den Besuchern und die Betreuung der beiden Kapellen St. Martin und St. Verena.

Gesucht wird eine Nachfolgerin oder ein Nachfolger von Verena Dubacher, die im März nach knapp fünf Jahren die Klause in der Verenaschlucht aus gesundheitlichen Gründen verlassen hatte.

Erste Frau seit 600 Jahren

Die 68-Jährige war nach 600 Jahren die erste Frau gewesen, die als Einsiedlerin in der Schlucht lebte. Dubachers Vorgänger, Bruder Johannes Leutenegger, hatte ein Vierteljahrhundert lang in der rund zwei Kilometer von Solothurn entfernten Verenaschlucht verbracht.

Die Einsiedelei St. Verena gehört zu den touristischen Attraktionen der Stadt Solothurn. Sie ist ein Kulturgut von nationaler Bedeutung und steht unter Denkmalschutz. Durch die Verenaschlucht führt ein lauschiger Spazierweg inmitten von Bäumen und entlang eines Baches. Die Schlucht ist ein kantonales Naturschutzgebiet.

Die Geschichte der Einsiedelei reicht zurück ins Jahr 300. Aus dem Jahr 1442 datiert eine erste Notiz über einen Waldbruder, der in der Einsiedelei lebte.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

1 Kommentar

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Hans Knecht, Torny
    Das Stelleninserat selbst hat es in sich (http://www.bgs-so.ch/Dateien/Gemeindekanzlei/Stelleninserat_Einsiedler.pdf): Das wird eine Einsiedlerin oder einen Einsiedler gesucht, die welche Freude hat an Begegnungen mit Menschen und offen ist. Warum wird jemand überhaupt Einsiedler, wenn man doch seine Freude an Begegnungen mit Menschen und Offenheit in der Gesellschaft besser erfüllen kann? Eine Einsiedelei sollte m.E. ein Ort der Besinnung sein und nicht ein Ort der Begegnung zwischen Menschen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen