Ansturm auf Hallwilersee-Badis: Nicht alle Gemeinden vorbereitet

Die Badis rund um den Hallwilersee sind beliebt, besonders an Spitzentagen. Das Naherholungsgebiet lockt Besucher aus diversen Kantonen an den See. Das Ufer ist gut zugänglich, der Eintritt in gewisse Badis sogar gratis. Entsprechend gross ist das Verkehrschaos in den Gemeinden.

Badi

Bildlegende: Die Seerose-Badi ist beliebt. An Spitzentagen reichen die über 620 Parkplätze beim Bad nicht. Strandbad Seerose

Der Hallwilersee im Aargauer Seetal ist eine beliebte Freizeit-Destination. Besonders an Sommertagen suchen Familien, Wanderer, Sonnenhungrige und Wasserliebhaber die Region auf. Das Resultat sind überfüllte Parkplätze und Besucher, die ihr Auto wild in den Anstössergemeinden parkieren.

Gewisse Gemeinden rund um den See haben deshalb reagiert. Beinwil am See hat seit mehreren Jahren einen Verkehrsdienst, der die Zufahrtsstrasse zum See abriegelt, sobald die gut 1000 Parkplätze besetzt sind. Das habe sich bewährt, heisst es bei der Gemeinde auf Anfrage.

Badeplausch am Genfersee

Bildlegende: Das Wasser ist beliebt an den heissen Sommertagen. Der Ansturm auf den Hallwilersee ist zum Beispiel gross. Keystone

Auch Meisterschwanden und Tennwil setzten seit zwei Jahren auf einen Sicherheitsdienst und ein Parkkonzept. «Wir möchten nicht mehr ohne Sicherheitsdienst arbeiten. Wir haben aus Sicherheitsgründen reagiert. Eine vollgestopfte Strasse und zuparkierte Wege behindern die Rettungsfahrzeuge. Ambulanz und Feuerwehr müssen jederzeit Zugang zur Badi haben», erklärt Ueli Haller, Gemeindepräsident in Meisterschwanden, gegenüber dem Regionaljournal.

Total rund 1600 Parkplätze bieten Meisterschwanden und Tennwil den Besuchern. Mehr sei nicht möglich, findet Ueli Haller: «Eine Analyse, eine Masterarbeit eines Mitarbeiters, hat gezeigt, wo es Verbesserungen braucht und was sinnvoll ist. Wenn Badi-Besucher über zwei Stunden auf Pommes Frites warten müssen, dann bringt das wenig».

Für das Vekehrskonzept Meisterschwanden sind vier Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes nötig. Bezahlt werden diese aus den Einnahmen des Notparkplatzes beim Sportplatz.

Seengen unter Druck?

Anders organisiert sich Seengen, die grösste der Hallwilersee-Gemeinden. Drei Badis bietet das Dorf, der Eintritt in alle drei ist gratis. Der Ansturm ist gross, auch hier kämpft man mit Besuchern, die ihr Auto wild im Dorf und auf Feldern parkieren. Ein Vekehrskonzept fehlt.

«Wir arbeiten daran und überlegen auch, wie wir die noch nicht bekannten Parkplätze bei der Schule ausschildern können», sagt Martin Ott, Chef der Regionalpolizei Seetal auf Anfrage. «Das Modell Meisterschwanden ist eine Möglichkeit», räumt Ott ein. In der Zwischenzeit verteilt die Regionalpolizei unter anderem in Seengen Bussen, für jene die Park- und Fahrverbot missachten.