Attisholz-Areal: Ein Stück Geschichte verbunden mit viel Hoffnung

Ende des 19. Jahrhunderts wurde in der Nähe von Solothurn der Grundstein für einen grossen Konzern gelegt. Es war der Startschuss für die lange Tradition der Zellulose Attisholz AG. Auf einem Landstück, das später den Namen der Firma erhielt und heute nur Zwischennutzungen dient. Vorerst jedenfalls.

Blick auf das Areal von Riedholz her betrachtet.

Bildlegende: Das Attisholz- oder Borregaard-Areal ist 26 Hektaren gross. SRF

Noch immer thront der hohe Backstein-Kamin über dem Attisholz-Areal zwischen Riedholz und Luterbach. Auch wenn rund herum Bagger die alten Lagerhallen aushöhlen, der Kamin steht immer noch unerschütterlich als Denkmal und Erinnerung an die alten Zeiten auf diesem Areal. Ein Areal, dessen Name von einem Weiler der Gemeinde Riedholz herrührt.

Ein Blick zurück

1881 baut die Zellulose Attisholz AG an der Aare bei Riedholz ihre Fabrik, damals die einzige Zellulose-Fabrik in der ganzen Schweiz. Auf 26 Hektaren steht nun Stück für Stück ein grosser Konzern.

Später kommen die Papierfabrik Tela und das deutsche Unternehmen Hakle hinzu. Mit der Krise auf dem Papiermarkt verkauft die Zellulose-Fabrik jedoch die beiden Firmen wieder, an die amerikanische Kimberly-Clark Corporation. Sie ist mittlerweile eine der grossen Hygieneartikelhersteller der Welt.

Zellulose-Fabrik wird plötzlich selber verkauft

Kurz darauf steht die Zellulose Attisholz AG selber im Visier von Käufern, und wird im Jahr 2000 selber aufgekauft. Und zwar von niemand geringerem als dem späteren, mittlerweile abgewählten SVP-Bundesrat und Unternehmer Christoph Blocher.

Doch die Hoffnung, dass Blocher das Solothurner Unternehmen aufkaufen und damit retten würde, diese Hoffnung zerschlägt sich. Nur zwei Jahre später verkauft er die Firma wieder, an die norwegische Firma Borregaard, welche eine fast ebensolange Tradition auf dem Zellulosemarkt hat wie die Solothurner Firma.

Daher kommt auch der andere Name des Areals, das fortan ebenfalls als Borregaard-Areal bekannt ist. Kritiker sagen später, der Unternehmer habe sich lediglich die «Filetstücke» der Zellulose Attisholz AG heraus geholt.

Das definitive Ende

2008 wird die Hoffnung der Solothurnerinnen und Solothurner ein weiteres Mal zerstört: Die Norweger schliessen die Zellulose-Fabrik auf dem Attisholz-Areal, 440 Mitarbeiter stehen auf einen Schlag auf der Strasse.

Mit 26 Hektaren gehört dieses Areal heute zum grössten eingezonten Entwicklungsgebiet in der ganzen Schweiz. Geplant sind nun dort Wohnungen und Gewerbebetriebe, eine Mischung aus Arbeiten und Wohnen.

Dafür braucht es aber noch 20 bis 30 Jahre, wie die Attisholz Infra AG erklärt. Sie gehört noch immer zur Firma Borregaard.

Bis dahin wird das Areal anderweitig genutzt, beispielsweise als Materialdepot für eine Baufirma, als Kulisse für Musikvideos oder als Übungsanlage für die Kantonspolizei Solothurn.

(Regionaljournal Aargau Solothurn, 17:30 Uhr)