Aufregung um Kantonalparteitag der SVP Aargau

Die SVP Aargau hat sich am Mittwoch in einer Medienmitteilung darüber empört, dass sie für den Kantonalparteitag einen Redner austauschen müsse, da ihm dessen Arbeitgeberin für das Streitgespräch zur Ecopop-Initiative einen Maulkorb erteilt habe. Diese dementiert jedoch die Anschuldigung.

Zugeklebter Mund

Bildlegende: Hat irgendjemand irgendjemandem ein Redeverbot erteilt? Die Aussagen widersprechen sich. SRF

Am 29. Oktober hätte Thomas Zollinger von der SVP Würenlos als Pro-Referent zur Ecopop-Initiative am Kantonalparteitag der SVP Aargau auftreten sollen. Am Mittwoch hat er seinen Auftritt jedoch abgesagt. In einer Medienmitteilung hat die SVP Aargau darauf geschrieben, dass Zollinger der Auftritt von seiner Arbeitgeberin untersagt wurde.

Es sei nicht akzeptabel, dass in der Schweizer Milizpolitik ein Arbeitgeber Mitarbeitern verbiete, politisch aktiv zu sein, schrieb die SVP Aargau weiter. Die Arbeitgeberin von Thomas Zollinger, die Aargauische Kantonalbank (AKB), wehrt sich gegen die Anschuldigung der SVP.

Alles vielleicht nur ein Kommunikationsproblem?

«Die AKB hat in keiner Form Druck auf Thomas Zollinger ausgeübt», sagt Mediensprecherin Ursula Diebold gegenüber Radio SRF. Er habe eigenständig entschieden, dass er nicht als Pro-Referent zur Ecopop-Initiative am Kantonalparteitag auftreten wolle.

Konfrontiert man die SVP Aargau heute mit der Aussage der Kantonalbank, reagiert die Partei nicht mehr so scharf wie noch am Mittwoch. «Unsere Medienmitteilung ist unglücklich formuliert», sagt der Kantonalpräsident der SVP Aargau, Thomas Burgherr. Man habe die Situation zugespitzt.

«Fakt ist aber, dass die AKB gewünscht hat, dass Thomas Zollinger nicht als Pro-Referent zur Ecopop-Initiative am Kantonalparteitag teilnehme», sagt Thomas Burgherr weiter. Was die Aargauische Kantonalbank wirklich zu ihrem Mitarbeiter gesagt hat, bleibt unklar. Aufklären könnte der Fall Thomas Zollinger selbst. Er wollte jedoch keine Stellung nehmen.