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«Azeiger» krebst zurück Solothurner Parteien erhalten Rabatt und Rückzahlung

Der Solothurner «Azeiger» erhöhte den Tarif für die Publikation von Artikeln für Parteien. Zu unrecht.

Das Ressort Lokales und Regionales im «Azeiger»: In diesem Ressort veröffentlichen die Solothurner Parteien regelmässig ihre eigenen Artikel zu Sessionen, Nominationen oder ihren Visionen. In diesem Ressort publizieren auch andere Vereine - wie zum Beispiel der Fussballverein - aber auch kommerzielle Unternehmen - wie zum Beispiel die Regiobank - ihre eigenen Artikel zu ihren Veranstaltungen. Der «Azeiger» erscheint jede Woche, wird gratis verteilt und hat laut eigenen Angaben 85'000 Leserinnen und Leser.

Darum schuf der «Azeiger» einen neuen Tarif: Bis letztes Jahr gab es für die Artikel im Ressort Lokales und Regionales zwei Kategorien. Vereine und Gemeinde zahlten 2.50 Franken pro Zeile, kommerzielle Unternehmen mussten 9 Franken pro Zeile bezahlen. Auf dieses Jahr führte der «Azeiger» eine weitere Preis-Kategorie ein, sie heisst «nicht kommerziell» und kostet 4 Franken pro Zeile. In diese Kategorie fallen laut dem «Azeiger» neu die Parteien. Die Tarifanpassung sei nötig gewesen um eine kostendeckende Situation zu schaffen, hiess es im «Azeiger».

Eine Person blättert im Anzeiger der Stadt Solothurn
Legende: Die Grüne Partei veröffentlichte nicht mehr im Anzeiger. Mario Gutknecht/SRF

Darum verabschiedeten sich die Grünen: Der neue Tarif sei zu teuer, fand Barbara Wyss Flück, Fraktionspräsidentin der Grünen. In der letzten Ausgabe des «Azeiger» verabschiedete sie sich und ihre Partei mit einem vermeintlich letzten Artikel von den Lesern des «Azeiger». Sie bedaure diesen Schritt allerdings sehr: Die Artikel im «Azeiger» seien für die Grünen eine effiziente Art gewesen, sich an ein breites Publikum zu wenden. «Rückfragen und Reaktionen waren Bestätigung genug», so Wyss Flück.

Darum kommen die Grünen zurück: Der «Azeiger» hat den Grünen - und den anderen Solothurner Parteien ebenso - einen falschen Tarif verrechnet. Alle grossen Solothurner Parteien sind als Vereine organisiert. Wenn also der «Azeiger» speziell einen Tarif für Vereine ausschreibt, dann muss er diesen auch bei den Parteien - weil sie ja ebenfalls Vereine sind - anwenden.

Darum zahlen in Zukunft alle Parteien weniger: Man habe ganz einfach nicht gewusst, dass die Parteien Vereine seien, sagte Thomas Haering von der «Azeiger»-Herausgeberin AZ-Medien auf Anfrage von SRF. Da man das nun wisse, werde man in Zukunft allen Parteien wieder den Vereinstarif verrechnen, versicherte Haering. «Wir werden die zu viel verrechneten Kosten zurückerstatten oder verrechnen.»