Baden im Zentrum des Animationsfilms

Drei Kurzfilm-Wettbewerbe stehen im Mittelpunkt des Fantoche 2016 in Baden. Das 14. Internationale Festival für Animationsfilm dauert vom 6. bis 11. September. Eröffnet wird es mit einer Schweizer Premiere. Während des Fantoche atmet man in der Stadt Baden eine spezielle Luft.

Comikanimation. Mädchen schaut aus Fenster.

Bildlegende: «Ma vie de courgette» - der erste Langfilm des Schweizer Regisseurs Claude Barras - eröffnet das Fantoche 2016. ZVG/Fantoche

Das Fantoche-Team hat, unter der Leitung von Annette Schindler, die 22 Kurzbeiträge des diesjährigen Schweizer Wettbewerbs unter 81 Eingaben ausgewählt. Darunter befinden sich Werke von Altmeisterinnen der Animation ebenso wie solche von Newcomern.

Im Schweizer Wettbewerb vergibt Fantoche sechs Preise, drei davon dieses Jahr zum ersten Mal: Den New Swiss Talent, den Fantastic Swiss und den Swiss Youth Award. Den letzteren vergibt eine Jury mit Jugendlichen aus der Deutsch- und der Westschweiz sowie aus dem Tessin.

1400 Einsendungen aus 79 Ländern

Beim Internationalen Wettbewerb sah sich das Festival konfrontiert mit fast 1400 Einsendungen aus 79 Ländern. Zugelassen wurden 27 Kurzfilme aus 18 Ländern. Sie werden der Jury und dem Publikum in vier Programmblöcken präsentiert. Stark vertreten sind Filme aus China.

Mit dabei im internationalen Wettbewerb sind auch drei Schweizer Beiträge, was Festivaldirektorin Schindler besonders freut: «Es zeigt, dass der Schweizer Animationsfilm international mithalten kann.» Vergeben werden auf internationaler Ebene sieben Preise, dabei geniesst insbesondere derjenige für den Besten Film grosse Reputation.

Die Auswahl für den Kinderfilm-Wettbewerb schliesslich entstand in Zusammenarbeit mit den Kinderfilmclub «Die Zauberlaterne». Hauptpreis dieses Wettbewerbs ist der Best Kids.

Erstmals zu den Wettbewerben präsentiert Fantoche ein «Hors Concours»-Programm. Die 23 darin versammelten Kurzfilme stammen aus den knapp 1400 Einreichungen und überzeugen «durch einzigartiges Storytelling, durch genresprengende Animation oder durch politisch notwendige Standpunkte», so das Festival vor den Medien.

Oscar-Hoffnung als Premiere

Neben den Kurzfilmen der Wettbewerbe zeigt Fantoche eine Reihe von Langfilmen. Eröffnet wird das Festival von einer Schweizer Premiere: von Claude Barras erstem Langfilm «Ma vie de Courgette». Das Bundesamt für Kultur (BAK) hat ihn ins Oscar-Rennen 2017 um den «Besten fremdsprachigen Film» geschickt.

Neben diesem Highlight zeigt Fantoche weitere 13 Langfilme - allesamt Schweizer Premieren - aus verschiedenen Ländern.

Spezielle Atmosphäre in Baden

Nicht nur für die Animationsfilmszene ist das Fantoche ein jährlicher Höhepunkt. Auch für die Stadt Baden ist es ein besonderes Ereignis in der Agenda. Fantoche-Direktorien Annette Schindler findet die Stimmung während des Festivals bemerkenswert: «Es ist traumhaft schön, wenn sich am Eröffnungsabend all die Leute aus Baden und der ganzen Welt beim Festivalzentrum treffen», sagt Schindler im Interview mit dem SRF-Regionaljournal.

Diese spezielle Atmosphäre gefalle auch vielen Badenerinnen und Badenern, weiss die Festivaldirektorin. Sie höre immer wieder, wie man es in der Stadt geniesst, dass etwas anderes los sei: «Das hängt mit den Menschen zusammen», ist Annette Schindler überzeugt.

Private Unterbringungen

Neben der Magie gibt es aber auch viele Herausforderungen zu meistern. Die Unterbringung der rund 200 anwesenden Filmschaffenden aus vielen verschiedenen Ländern erfordere einiges an Organisation, führt die Festivalleitung aus. Man sei froh, könne man neben Hotels auch auf andere Angebote zurückgreifen: «Es ist wunderschön am Standort Baden, dass uns so viele Leute Privatunterkünfte zur Verfügung stellen».

Das sei ein Gewinn, sowohl für die Gäste aus der Filmbranche, welche Baden dadurch auch von einer anderen Seite kennenlernen können, aber auch für die Bevölkerung, welche in direkten Kontakt zu den Filmschaffenden komme.