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Aargau Solothurn Badener Gruppierung hat genug «Gerigate» und will wieder Ruhe

«Wir haben genug von Geri Müllers Nacktbildern gehört» – das sagt eine Badener Gruppierung, die sich «Elfriede von Baden» nennt. Im Internet sammelt sie Unterschriften und will erreichen, dass wieder wichtigere Themen in Baden diskutiert werden. Konkret soll der «Geist von Baden» zurückkehren.

Menschen versammeln sich an der Solidaritätskundgebung «Geri bleibt!» vor dem Stadthaus in Baden.
Legende: Im August versammelten sich Geri-Müller-Anhänger in Baden. Diesen «Geist» will die Gruppierung erneut beschwören. Keystone

«Es sind einige wenige, die immer wieder Sand ins Getriebe streuen und so verhindern, dass Baden sich um die wirklich wichtigen Themen kümmert.» Das sagt Adi Schultheiss. Er wohnt in Baden, ist Lehrer und hat sich mit anderen Interessierten aus der Stadt zusammengeschlossen, zur Gruppe «Elfriede von Baden».

Die Gruppe und ihre Mitglieder sind laut Adi Schultheiss politisch nicht aktiv, und nicht alle haben einen engen Draht zum Badener Stadtammann Geri Müller.

Ich habe Geri Müller schon mal auf der Strasse getroffen. An meinen Namen wird er sich aber nicht mehr erinnern.
Autor: Adi SchultheissBadener und Sprecher von «Elfriede von Baden»

Der Name «Elfriede von Baden» ist eine Anspielung auf den «Frieden von Baden». Damit ist der Friedenskongress gemeint, welcher vor 300 Jahren in Baden stattfand und damit die spanischen Erbfolgekriege beendete. «Da schien uns der Name Elfriede mit dem spanischen Artikel ‹El› passend», so Schultheiss.

Kritik an den AZ-Medien

Baden habe wichtigere Dinge zu besprechen und zu lösen als «Gerigate». Gemeint ist damit der Nacktbild-Skandal rund um Geri Müller. Zu den wenigen, erbitterten Gegnern von Geri Müller gehöre auch Peter Wanner, Herausgeber der Aargauer Zeitung (AZ) und «Inhaber des Informations-Monopols der Region», so Schultheiss.

«Ich habe einen Leserbrief geschrieben, der ein bisschen kritisch mit der AZ und ihrer Berichterstattung umgeht», erinnert sich Schultheiss. Dieser sei aber nie gedruckt worden. Auch deshalb brauche es «elfriedevonbaden.ch», als Gegenstimme zu den AZ-Medien.

Appell an den «Geist von Baden»

Adi Schultheiss hofft, dass mit dieser Aktion der oft genannte «Geist von Baden» wieder zurückkehrt. Baden berufe sich immer wieder darauf, eine Stadt zu sein, wo Respekt, Toleranz, Zusammenarbeit und Grosszügigkeit gross geschrieben werden. Genau das müsse Baden nun beweisen.

Etwas anders sehen das Badener Politiker wie zum Beispiel Matthias Bernhard. Er ist der Präsident der Badener FDP. Grundsätzlich sei dieses Manifest ein «wunderschöner Text», und ja, all das mache Baden aus. Bernhard ging aber beim Lesen des Textes noch etwas anderes durch den Kopf.

Dieser Text kommt mir vor wie Honig, angereichert mit K.O.-Tropfen.
Autor: Matthias BernhardPräsident FDP Baden

Damit man in Baden wieder gut arbeiten könne, brauche es mehr. Matthias Bernhard glaubt, dass viele Badener in Sachen Ethik von Geri Müller enttäuscht sind und deshalb mehr verlangen als das, was bisher passiert ist. Konkret: «Die Vertrauensfrage muss gestellt werden», findet Bernhard. Das heisst so viel wie ein Rücktritt von Geri Müller und dann Neuwahlen.

Bernhard: Unterschriften spielen keine Rolle

Ob nun 250 oder 1'800 Personen unterschreiben – das wären 10 Prozent der Bevölkerung Badens – spielt laut dem FDP-Präsidenten keine Rolle. Zum einen können bei diesem Manifest auch Personen unterschreiben, die nicht aus Baden selber sind.

Zum anderen sei er, Matthias Bernhard, in letzter Zeit viel in der Region gereist und habe dabei vor allem eine Aussage gehört: «So können wir nicht mit Baden zusammenarbeiten.» Deshalb könne man auch nicht einfach weiterarbeiten, als wäre nichts gewesen, so Bernhard.

3 Kommentare

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  • Kommentar von Peter Müller, Zürich
    Unterschriften zu einem Manifest spielen keine Rolle, aber was Herr Bernhard bei seinen Reisen in die Region zu hören geglaubt hat, ist der Wählerwille. Kennt Herr Bernhard die Resultate der Umfrage des neutralen Institutes Demoscope nicht, oder will er sie nicht zur Kenntnis nehmen und damit zeigen, dass er mit einer solchen Haltung nie und nimmer Stadtrat sein könnte, was auch im September 2013 die Wähler so gesehen haben? Haben seine herbeigeredeten K.O.-Tropfen seine Wahrnehmung getrübt?
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  • Kommentar von Felix Müller, Bern
    Hat ein bisschen was von "fucking for virginity" (Make sense, not war!). Wenn es stimmt, dass er sich straffrechtlich nichts hat zu Schulden kommen lassen, wäre über- und innerparteiliche Solidarität ein starkes Zeichen gewesen, aber so wie die Dinge nun liegen, frage ich mich, ob durch G.M.s Nichtkandidatur 2015 nicht alle Politiker erpressbar geworden sind.
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  • Kommentar von Rolf Bolliger, Orpund
    Oha! Da wird also auf der Strasse offiziell gefordert, den "tragischen" Vorfall (menschlicher Unfall) endlich bei Seite zu wischen! Wetten, dass...zu diesem "unter den Teppisch wischen" nicht innert 48 Stunden über 200 (!) Kommentare reingedöggeleten werden! Wäre auch richtig so! Menschliche Schwächen bei Politiker(innen) sind immer unschön. Politisch aktive Menschen (wenn sie aus der "falschen" Ecke kommen!) aber wochenlang zu kritisieren, ist viel schlimmer! Darum unterstütze ich diese Aktion!
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