Badener Stadtrat: Noch kein Gewinner bei der Ersatzwahl

Das Resultat der Stadtratswahlen in Baden dürfte vor allem der SP nicht gefallen: Der parteilose, ehemalige SP-Mann, Erich Obrist erhielt klar am meisten Stimmen. Der offizielle SP-Kandidat liegt hingegen deutlich zurück. Und auch die Bürgerlichen scheinen kaum Chancen auf den Sitz zu haben.

Ein Mann steht lachend vor der Kamera

Bildlegende: Er kann strahlen: Erich Obrist holte deutlich am meisten Stimmen. SRF Stefan Ulrich

Bei der Ersatzwahl um den frei gewordenen SP-Sitz im Stadtrat von Baden ist keiner der drei Kandidaten gewählt worden. Das beste Resultat erzielte der parteilose Erich Obrist, der kurz vor der Wahl aus der SP ausgetreten war.

Bei einem absoluten Mehr von 3140 Stimmen erhielt Obrist 2553 Stimmen. Der offizielle SP-Kandidat Jürg Caflisch holte 1647 Stimmen. Der Grossrat und Einwohnerrat von Baden hatte sich bei der internen Ausmarchung knapp gegen Mitbewerber Obrist durchgesetzt.

Obrist trat in der Folge aus der SP aus und ging als «wilder» Kandidat für den freien Sitz im Stadtrat an den Start. Der Mittelschullehrer an der Kantonsschule Aarau versteht sich als «Brückenbauer». Er kündigte bereits an, er wolle in zwei Jahren bei der Gesamterneuerungswahl gegen den amtierenden Stadtammann Geri Müller (Grüne) antreten. Nicht zuletzt deshalb dürfte er auch im bürgerlichen Lager und in der Mitte einige Stimmen geholt haben.

Die FDP stieg mit Druckereiunternehmer Mario Delvecchio ins Rennen. Er bekam 2014 Stimmen. Delvecchio sollte mit Unterstützung der CVP für die Bürgerlichen die Mehrheit im sieben Mitglieder zählenden Stadtrat zurückerobern.

Zweiter Wahlgang mit zwei Kandidaten

Der zweite Wahlgang findet nun am 22. November statt. Der Kandidat der SP, Jürg Caflisch, hat noch am Sonntag seinen Rückzug erklärt. Damit treten noch Erich Obrist und Mario Delvecchio im zweiten Wahlgang an.

Gegenüber Radio SRF sagt Delvecchio, dass seine Chancen durchaus intakt seien. Allerdings ist klar, dass es schwierig wird. Einerseits liegt Obrist schon jetzt deutlich vor dem FDP-Kandidaten. Andererseits könnte Obrist zusätzlich noch Stimmen seines ehemaligen Parteikollegen Caflisch erben.

Die Ersatzwahl wurde notwendig, weil SP-Stadträtin Daniela Berger zurücktritt. Seit 2013 ist die Badener Stadtregierung in links-grüner Hand. Das team baden und die SP stellen je zwei Stadträte. Von bürgerlichen Seite stellt die CVP zwei und die FDP einen Vertreter.