Bäderquartier Baden: Wer baut das Gesundheitshotel?

Neben dem neuen Thermalbad hätte auch das Gesundheitshotel die Handschrift von Mario Botta tragen sollen. Doch die wichtigste gestalterische Idee, die Kuppel, passt nicht ins Bäderquartier. Will Mario Botta jetzt noch weitermachen? Die Investoren wissen es nicht.

Botta-Projekte

Bildlegende: Die drei Botta-Projekte: Ärztehaus (l.), Thermalbad (vorn) und das Gesundheitshotel. Die Kuppel ist vom Tisch. zvg

Dienstag, Medienorientierung zum weiteren Vorgehen bei der Planung im Bäderquartier: Klar ist, die Finanzierung wird neu aufgegleist. Klar ist auch: Mario Botta baut das Thermalbad und das Wohn-/Ärztehaus. Völlige Unklarheit herrscht aber beim geplanten Gesundheitskomplex.

Dieser ist das weitaus kniffligste Projekt. Das Gesundheitshotel mit angegliederter Reha-Klinik soll dort gebaut werden, wo schon die alten Badehotels Verenahof, Bären und Ochsen stehen. Diese sind alt, baufällig und stehen zum Teil unter Denkmalschutz.

Mario Botta will in diese alte Bausubstanz eine grosse Kuppel einpflanzen. Diese soll die alten Gemäuer überspannen und Tageslicht ins Innere bringen. Architektonisch eine gute Idee, aber aus Sicht der Behörden nicht umsetzbar. Die Kuppel passe nicht ins Bäderquartier. Sie ist nicht bewilligungsfähig.

Widersprüche zu Botta

Seit Dienstag ist klar, dass Mario Bottas Projekt für das Gesundheitshotel gestorben ist, wenigstens im wichtigsten gestalterischen Teil. Wollen die Investoren nun überhaupt noch weiterplanen mit Mario Botta? Will Botta selber noch weitermachen?

Mario Botta

Bildlegende: Architekt Mario Botta darf seine Kuppel nicht bauen. Macht er trotzem weiter? Keystone

Zur ersten Frage gab es an der Medienorientierung widersprüchliche Signale. Besitzer des Areals und Investor Benno Zehnder wies darauf hin, dass nicht er Botta ausgewählt habe für dieses Projekt. «Wir haben dem Kanton und der Stadt vor langer Zeit zwei Projekte vorgestellt. Aus einem Wettbewerb ging Botta als Sieger für das Thermalbad hervor. Stadt und Kanton waren der Meinung, Mario Botta bringe auch die richtigen Voraussetzungen für das Gesundheitshotel mit.»

Zehnder sagte auch, Mario Botta könne nicht sehr gut mit historischer Bausubstanz umgehen. Stephan Güntensperger von der Stiftung Gesundheitsförderung Bad Zurzach, und Geschäftspartner von Benno Zehnder, widersprach dem Vorredner. Seiner Ansicht nach habe Botta ein gutes Händchen im Umgang mit alten Bauten.

Nach der Medienkonferenz gab Zehnder zu Protokoll: «Wir sehen nun, dass gewisse Sachen nicht machbar sind. Es liegt nun an Mario Botta, zu entscheiden, ob er weitermacht. Wir würden es aber begrüssen, wenn Mario Botta das Projekt weiter begleitet. Wir trauen ihm zu, dass er mit alter Substanz umgehen kann.»

Gesundheitshotel bremst Thermalbad

Baufelder

Bildlegende: Die Baufelder im Bäderquartier: Thermalbad (blau), Ärztehaus (gelb), Gesundheitshotel (grünes Dreieck). zvg

Zur zweiten Frage, ob Mario Botta weitermacht, gibt es momentan keine Antwort. Benno Zehnder und Stephan Güntensperger haben nächstens eine Sitzung mit Mario Botta. Sollte der Architekt aus dem Projekt aussteigen, müssten die Investoren zurück auf Feld 2.

Benno Zehnder: «Mir müssten zurückbuchstabieren. Wir könnten die Grundlagen von Mario Botta weiterverwenden. Wir könnten die gleichen Fachplaner einsetzen. Aber wir müssten irgendeinen anderen Architekten nehmen, der das Ganze auf Basis von Mario Botta zu Ende führen würde.»

Trotz der grossen Unklarheiten: Am Zeitplan wird festgehalten. Noch dieses Jahr sollen alle drei Baugesuche eingereicht werden. Eine Realisierung in Etappen (Thermalbad vorziehen) ist nicht möglich. Logistische Gründe sprechen dagegen. Das Thermalbad eröffnen und den Badegästen dann den Baulärm und den Baustellenverkehr für den Bau des Gesundheitshotels zumuten, das geht nicht.

Ausserdem sind die Projekte Gesundheitshotel und Thermalbad auch von der Infrastruktur her eng miteinander verzahnt. Die Wäscherei zum Beispiel soll beiden Betrieben dienen.

«Regionaljournal Aargau Solothurn», 12.03 Uhr