Balsthal: RCT-Mitarbeiter gehen wohl trotz Versteigerung leer aus

Über 200'000 Franken sind am Freitag bei der Versteigerung des Inventars der konkursiten RCT Hydraulic Tooling erzielt worden. Den 75 Mitarbeitern, die beim Konkurs ihren Job verloren haben, nützt dies allerdings wenig: Sie gehen wohl trotzdem leer aus – so wie die meisten Gläubiger der Firma.

75 Angestellte verloren ihre Arbeitsstelle, als die Firma im Mai Konkurs anmelden musste. Am Freitag hat das Solothurner Konkursamt das Inventar der RCT versteigert.

Den Zuschlag erhalten hat eine deutsche Firma mit Niederlassung im aargauischen Rupperswil. Die Surplex GmbH hat sich auf Gebrauchtmaschinen spezialisiert. Sie hat ein anderes Angebot in der Höhe von 200'000 Franken überboten.

Ungedeckte Schulden von 15 Millionen

Der Erlös aus der Versteigerung des Inventars fliesst allerdings nicht in die allgemeine Konkursmasse. Das ganze Geld erhält von Gesetzes wegen der Liegenschaftsbesitzer.

Das heisst: Den ehemaligen Angestellten nützt die Versteigerung gar nichts. Es bleibt trotzdem ein Schuldenloch von 15 Millionen Franken, wie das Konkursamt bestätigt. Die meisten Gläubiger – darunter die ehemaligen Mitarbeiter – werden wohl leer ausgehen.

Löhne sind nur zum Teil versichert

Die Angestellten haben von der RCT mehrere Monatslöhne nicht erhalten. Einen Teil davon übernimmt nun die Arbeitslosenversicherung. Die sogenannte Insolvenzentschädigung deckt die nicht bezahlten Löhne bis vier Monate vor dem Konkurs ab.

Die restlichen Löhne der letzten vier Monate vor dem Konkurs werden die Mitarbeiter möglicherweise nicht mehr erhalten. Auch die Pensionskassengelder hat die RCT zuletzt nicht mehr eingezahlt. Die Pensionskasse gehört zwar wie die Mitarbeiter zu den Gläubigern erster Klasse. Aber auch sie wird wohl höchstens einen Teil ihrer Forderungen zurückerhalten.

(Bildnachweis Front: Keystone)