Baustart für Strasse in Flumenthal nach über zehn Jahren Planung

In Flumenthal hat eine Zubringerstrasse einiges ausgelöst: Der Fall landete vor Bundesgericht und schliesslich wurde wegen der Strasse gar das Aareufer renaturiert, um einen Kompromiss zu finden. Am Dienstag folgte – nach über zehn Jahren Planung – der Spatenstich für die Strasse.

«Ja, diese Zubringerstrasse hat das Dorf wortwörtlich gespalten und die politischen Behörden vor eine Zerreissprobe gestellt», resümiert der heutige Gemeindepräsident von Flumenthal, Christoph Heiniger. Heute wie damals fahren die Lastwagen durchs Dorf, wenn sie Kies aus der Grube Hobühl abtransportieren.

Die Frage um eine neue Zubringerstrasse löste Ende der Neunziger Jahre einen grossen Streit aus. Die Entrüstung im Dorf war gross, später hagelte es Einsprachen. Der Fall landete gar vor Bundesgericht. Die Diskussionen gingen soweit, dass sogar eine neue Partei gegründet wurde.

Renaturierungs-Projekt an der Aare löste den Zwist

Angefacht wurde die Diskussion auch dadurch, dass die Kiesgrube im Kanton Bern liegt, in Attiswil. Dass der Kanton Solothurn dafür seinen Boden hergeben soll, war im Dorf ebenfalls umstritten. Schliesslich erklärte sich die Kiesgruben-Betreiberin bereit, eine Strasse parallel zur Aare zu bauen und gleichzeitig ein Flussufer zu renaturieren.

So kann man dem Fluss nach der Juragewässerkorrektion wieder einen Teil seiner ursprünglichen Form zurück geben und in diesem Flussabschnitt eine neue und bessere Umgebung für Tiere und Pflanzen schaffen. Auch diese Variante wurde wiederum lange diskutiert.

Auch die Planungskosten gehen in die Millionen

Nun, nach zehn Jahren der Planung, fand am Dienstag der Spatenstich statt. Alle Anwesenden waren zufrieden, dass dieses Kapitel nun endlich beendet werden kann. Gebaut wird eine Strasse zwischen dem Flusskraftwerk Flumenthal und der Abwasserreinigung Flumenthal. Die Kosten für Strasse und Renaturierung betragen rund fünf Millionen Franken.

Wie viel die Planung kostete, will die Vigier Beton Mittelland AG nicht sagen. Der Unternehmensleiter der Kiesgruben-Betreiberin lässt aber durchblicken, dass die Planung in die Millionen ging. «Gelohnt hat sich die Arbeit dennoch», erklärt Felix Hofer. «Die Kiesvorkommen in der Grube Hobühl sind so gross, dass wir noch Jahrzehnte dort abbauen können», sagte er gegenüber dem Regionaljournal von Radio SRF.