Zum Inhalt springen

Aargau Solothurn BDP: Maya Bally will in die Aargauer Regierung und ist überrascht

Die Aargauer Grossrätin Maya Bally soll den freiwerdenden Sitz von Susanne Hochuli (Grüne) erobern. Die BDP hat die Kandidatur am Montag bekannt gegeben. Die Partei will eine weibliche Kandidatin und eine «echte Auswahl aus der Mitte bieten», sagt sie.

Portrait
Legende: Maya Bally soll den einen Regierungsratssitz im Aargau holen. Die BDP will eine «echte Auswahl» bieten, sagt die Partei. Stefan Ulrich/SRF

Bally ist 1961 in Zürich geboren und in Dietikon aufgewachsen. Sie ist verheiratet und hat einen Sohn. Seit 2001 wohnt sie in Hendschiken.

Ihre Passion sei das Reiten, schreibt sie auf ihrer eigenen Website. Beruflich hat sie unter anderem Erfahrungen im Banken- und Versicherungsbereich. Sie hat sich hochgearbeitet von der Toner-Verkäuferin zur Organisations-Fachfrau mit Management-Funktion.

Maya Bally hat aber vor mehreren Jahren entschieden, zugunsten der Familie beruflich zurückzustecken. Später ist sie dann in die Politik eingestiegen. Seit 2012 ist sie Mitglied der BDP-Parteileitung im Aargau und Präsidentin der Lenzburger Bezirkspartei. Seit 2013 ist sie im Grossen Rat und Fraktionspräsidentin der BDP.

Seit zehn Jahren ist sie Präsidentin der Schulpflege Hendschiken. Und seit sechs Jahren ist sie Vorstandsmitglied des Vereins Aargauischer Schulpflegepräsidentinnen und -präsidenten.

Kurzfristige Kandidatur

Maya Bally und mit ihr die BDP Aargau dachten bis vor zwei Wochen nicht im entferntesten an eine Kandidatur für die Regierung. Doch die Ankündigung der grünen Regierungsrätin Susanne Hochuli, nicht erneut zu kandidieren, veränderte die Situation.

Das ist jetzt sehr überraschend für mich.
Autor: Maya BallyGrossrätin und Regierungsratskandidatin

«Wir waren zu 100 Prozent überzeugt, dass Susanne Hochuli weitermacht. Deshalb war für uns eigentlich klar, dass wir nicht antreten. So kam die Kandidatur von einer Sekunde auf die andere», sagt Maya Bally im Interview mit Radio SRF.

Bally sei eine weitsichtige Führungskraft, findet die BDP. Sie habe einen gut gefüllten Rucksack aus Privatwirtschaft und Politik, begründet die Partei ihre Wahl. Maya Bally streicht ihre Führungserfahrung heraus, die sie sich in der Wirtschaft geholt habe. Sie habe schon viele Projekte realisiert. Und sie habe auch schon Leute entlassen müssen. Sie wisse, wie man in solchen Situationen zu reagieren habe, sagte Maya Bally am Montag an der Medienorientierung.

Kandidatur aus der Mitte

Die Parteileitung begründete die Kandidatur am Montag mit dem Argument, man wolle der Bevölkerung eine echte Auswahl bieten, sich gegen die Polarisierung von links (Robert Obrist, Grüne) und rechts (Franziska Roth, SVP) wenden.

Der Parteileitung der BDP ist klar, dass es aus eigener Kraft sehr schwierig ist, eine Kandidatin in die Regierung zu bringen. Die BDP hat nach den letzten Nationalratswahlen nur noch einen Wähleranteil von knapp über 5 Prozent.

Die BDP-Führung hofft deshalb auf Schützenhilfe aus dem bürgerlichen Lager, konkret von der FDP. Er habe Stimmen aus der FDP gehört, die unzufrieden seien mit der Kandidatur Roth, sagte BDP-Präsident Roland Basler am Montag.

Franziska Roth, schon seit einiger Zeit die Kandidatin der SVP für den freiwerdenden Sitz von Susanne Hochuli, ist nämlich politisch ein unbeschriebenes Blatt. Diverse FDP-Mitglieder sind der Ansicht, die SVP habe mit Roth eine schlechte Kandidation nominiert.

«Offenbar ist die FDP nicht erpicht darauf, selber jemanden ins Rennen zu schicken. Aber sie wollen eine Kandidatur, die für sie wählbar ist», sagt Roland Basler im Gespräch mit Radio SRF. Maya Bally sei nun genau diese Kandidatin.

Die FDP gibt sich bedeckt

Auf Anfrage von Radio SRF bestätigt Matthias Jauslin, Präsident der FDP Aargau, dass auch er schon aus seiner Partei Vorbehalte gehört habe gegen die SVP-Kandidatin Franziska Roth.

Zur Kandidatur Maya Bally will er sich aber nicht äussern. Der Fahrplan der FDP sei schon länger klar, sagt Jauslin. Momentan sei noch alles offen, man prüfe alle Möglichkeiten. Am Dienstagabend diskutiere der Geschäftsleitungs-Ausschuss der FDP Aargau über die Situation. Die Geschäftsleitung der FDP Aargau werde in der Woche ab dem 15. August einen Antrag an den Parteitag vom 24. August formulieren.

Dann werde die Öffentlichkeit erfahren, was die FDP plane, erklärt Jauslin. Denkbar seien die Unterstützung der Kandidatur Roth, eine Empfehlung für Maya Bally oder sogar eine eigene Kandidatur. Sicher sei nur eines: «Robert Obrist, den Kandidaten der Grünen, werden wir nicht unterstützen.»

1 Kommentar

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Rolf Bolliger (robo)
    Das ist eben direkte Demokratie und Parteienvielfalt! Jede(r) Schweizer-Bürger(in) kann bei Wahlen antreten. Die Stimmberechtigten entscheiden dann an der Urne! Wer die "Geschichte" Aufstand und Niedergang der selbsternannten "Anstandspartei" BDP verfolgte und jetzt den Istzustand sachlich analysiert, gibt der sympathischen Maya Bally realistisch gesehen, keine Chance zur Wahl in den aargauischen Regierungsrat! Trotzdem, jede Kandidatur ist ein Zeichen, politische Mitverantwortung zu übernehmen!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen