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BDP Solothurn «Unsere Zukunft ist nicht rosig, aber auch nicht schwarz»

Der Stadtsolothurner Hotel- und Restaurantmanager Chris van den Broeke ist neuer Präsident der BDP Kanton Solothurn. Er löst den bisherigen Parteipräsidenten und Kantonsrat Markus Dietschi ab, der die Kleinpartei sechs Jahre lang geführt hat.

Die BDP Kanton Solothurn hat zwei Sitze im Kantonsrat, allerdings nur vier Gemeinderatsmandate (in Horriwil, Selzach, Oekingen und Buchegg). Auch die Zahl der Mitglieder ist in den letzten Jahren nicht gewachsen. Der neue Präsident tritt damit eine schwierige Aufgabe an.

Portrait Christ van den Broeke
Legende: BDP-Präsident Chris van den Broeke sieht Platz für eine kleine Mittepartei, auch im Kanton Solothurn. zvg

SRF: 2019 finden Nationalratswahlen statt. Welche Ziele haben Sie sich für die BDP Solothurn gesetzt?

Chris van den Broeke: Wir freuen uns auf diese Wahlen, denn das wird die nächste Plattform sein, auf der wir uns präsentieren können. Es ist klar, es ist für uns nur eine Plattform. Den Gedanken zu haben, dass wir da einen Sitz holen, das wäre etwas sehr utopisch.

Ihr Vorgänger erklärte in einem Interview mit der «Solothurner Zeitung», er «sehe schwarz» für die Solothurner BDP. Haben Sie also eine klinisch tote Partei übernommen?

Nein, überhaupt nicht. Das war die persönliche Aussage des ehemaligen Parteipräsidenten. Ich sehe die Zukunft auch nicht rosig, aber auch nicht schwarz. Wir haben durchaus eine Zukunft und eine Chance. Es spricht ja auch nichts dagegen, dass wir eine Kleinpartei sind.

Aber von Auflösung möchte ich überhaupt nicht sprechen. Wir hatten das Ziel, unsere beiden Kantonsratssitze zu verteidigen und dieses Ziel haben wir erreicht. Darauf sind wir stolz. Es spricht also nichts dagegen, dass wir eine Chance haben.

Sie haben zwei Sitze im Kantonsparlament, aber sind in den Gemeindebehörden kaum vertreten, auch die Zahl der Mitglieder stagniert. Warum hat das in den letzten Jahren nicht besser geklappt?

Ich kam vor fünf Jahren in den BDP-Vorstand. Damals war das oberste Ziel, dass wir in den Kantonsrat kommen. Daran hat man mit voller Energie gearbeitet und sich zu wenig darum gekümmert, was weiter unten läuft. Wir haben uns zu stark auf den Kantonsrat konzentriert.

Wir sind von oben nach unten gewachsen.

Das gilt es nun zu ändern, dass wir in den Gemeinden stärker werden und ambitionierte Leute für Gemeinderatssitze finden. Es ist ähnlich wie bei der nationalen BDP: Wir sind von oben nach unten gewachsen.

Im Kanton Solothurn hat es mit einer relativ starken FDP und einer relativ starken CVP gut verankerte Mitte-Parteien. Ist die Luft dünner für eine kleine Mittepartei im Kanton Solothurn als in anderen Kantonen?

Die Luft ist dünn, das ist so. Die Mitte im Kanton Solothurn ist sehr stark. Ich finde trotzdem, dass es Platz hat für die BDP. Allein schon, um den polarisierenden Meinungsmachern Paroli zu bieten. Wir müssen jetzt einfach dafür sorgen, dass wir den Leuten unsere lösungsorientierte Politik näher bringen und dass wir Persönlichkeiten haben, die Probleme anpacken wollen.

Das nächste Wahljahr wird immer wieder als «Schicksalsjahr» für die BDP bezeichnet, auch auf nationaler Ebene. Gibt es die Solothurner BDP nach 2019 noch?

Die gibt es noch. Ich habe mich nicht als Totengräber wählen lassen.

Das Gespräch führte Maurice Velati

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