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Bericht zur Luftqualität 2017 Schlechte Luft entlang von Strassen

Die Belastung der Luft mit Schadstoffen nimmt zwar generell ab, ist aber an stark befahrenen Strassen oft deutlich zu hoch. Das geht aus dem neuesten Jahresbericht zur Luftqualität in den Nordwestschweizer Kantonen hervor. Sorgen macht dabei vor allem das Ozon.

Luftmesswagen
Legende: Die Luftmessstation in Aarau steht direkt an der Strasse und misst hier zum Teil hohe Schadstoffwerte des Verkehrs. Stefan Brand/SRF

Schönwetter liess Ozonwerte steigen: Aufgrund der lange andauernden Schönwetterperioden mit vielen Hitzetagen stieg die mittlere Ozonbelastung 2017 im Vergleich zum Vorjahr wieder etwas an. Das ist speziell, weil im langjährigen Vergleich die Ozonbelastung abnimmt, wie es im Jahresbericht zur Luftqualität der Nordwestschweizer Kantone heisst.

An den drei Aargauer Messstationen wurde 2017 zwischen 89 und 195 Stunden der Ozongrenzwert von 120 Mikrogramm pro Kubikmeter überschritten. Dieser Grenzwert sollte höchstens einmal im Jahr überschritten werden, teilt das Aargauer Baudepartement mit. Dieses Ziel wurde somit an keiner Messstation erreicht.

Im Kanton Solothurn ist die Ozon-Situation ähnlich: Auch hier wurde der vom Bund festgelegte Grenzwert an allen Stationen mehrfach überschritten. Bei den anderen Luftschadstoffen gab es auch, aber weniger Überschreitungen der Grenzwerte.

Mann blickt auf kleinen Bildschirm
Legende: Markus Schenk, Fachspezialist Luftreinhaltung beim Kanton Aargau, liest im Messwagen die Schadstoffbelastung ab. Stefan Brand/SRF

Abgase aus Verkehr und Industrie verursachen Anstieg: Ozon bildet sich in der Luft aus verschiedenen Stoffen, die sich hauptsächlich in Abgasen von Autos, Industrie und Haushalten finden. Aus diesen Abgasen – zum Beispiel Stickoxiden – bildet sich in der Luft dann Ozon.

Paradoxerweise ist die Ozonkonzentration aber nicht entlang der Strasse besonders hoch, sondern eher im ländlichen Gebiet. Dies liegt daran, dass die Stoffe, aus denen sich das Ozon bildet, vom Wind aus der Stadt weggetragen werden.

In den Städten, Agglomerationen und entlang der Strassen seien es Feinstaub und Stickoxide, die man im Auge behalten müsse, heisst es beim Kanton.

Feinstaubbelastung nahm weiter ab: Im Vergleich zu den letzten fünf Jahren nahm die Feinstaubbelastung weiter ab. Der Jahresgrenzwert von 20 Mikrogramm pro Kubikmeter konnte bei allen Aargauer Messstationen eingehalten werden.

Wegen der Kälteperiode im Januar 2017 wurde aber der Tagesgrenzwert von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter in Suhr an fünf sowie in Baden und Sisseln an vier Tagen überschritten.

Computerbildschirm
Legende: Die Daten zur Luftqualität werden in Echtzeit im Messwagen dargestellt, mit einer kleinen Verzögerung auch im Internet. Stefan Brand/SRF

Generell wird die Luft sauberer: Im Jahresbericht 2017 zur Luftqualität in den Kantonen Aargau, Solothurn, Bern, Jura sowie der beiden Basel findet sich aber auch Erfreuliches. So hat die durchschnittliche Luftbelastung durch Schadstoffe weiter abgenommen.

«Tendenziell kann man sagen, dass die Luft in den letzten 15 bis 20 Jahren besser geworden ist», sagt dazu Markus Schenk, Fachspezialist Luftreinhaltung im Kanton Aargau. Allerdings gebe es bei allen Schadstoffen auch noch Verbesserungspotential.

3 Kommentare

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  • Kommentar von René Weiersmüller (rwmeilen)
    Stickoxide gelten als Ursache hoher Ozonwerte im Sommer. Am Wochenende sind diese Stickoxidemissionen wegen fehlenden Berufsverkehrs und des LKW-Fahrverbotes EUROPAWEIT indes nur etwa halb so hoch wie an den übrigen Wochentagen. Wer nun deshalb am Wochenende (bsp. im 10-Jahresmittel) tiefere Ozonwerte erwartet, liegt falsch: Die hohen Ozonwerte sind recht gleichmässig über alle Wochentage verteilt, auch im Winterhalbjahr. Das sind die selbst von Laien überprüfbaren Fakten.
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  • Kommentar von Rolf Bolliger (rolf.bolliger@quickline.ch)
    Wenn ich die saftig gewachsenen Grünstreifen in den Autobahn-Mitten mit den oftmals buschigen Bewachsungen sehe, frage ich mich, warum denn bei so vielen vorbeirasenden Auspuffen dort alles so grün wächst und bleibt! Sind die hysterischen Autohasser wirklich sicher, dass nur die Auspuff-Schadstoffe die Umwelt zerstören? Sind es nicht auch Bodenbeschaffenheiten oder andere Gründe?
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  • Kommentar von antigone kunz (antigonekunz)
    Mein ceterum censeo: Massive Reduzierung der uneffizientesten Personentransportform, irreführend als Mobilität propagiert: Der motorisierte Privatverkehr. Rücknutzung vieler Strassen für Grünflachen, denn jede Bodenversiegelung durch Strassen erhöht die lokalen Temperaturen erheblich, stört den Mikrokreislauf des Wassers. Rezepte, Vorbilder gibt's immer mehr. Änderungen finden zuerst im Strukturellen und Gesetzmäßigem statt und helfen so alte Gewohnheiten langsam durch sinnvollere ersetzen.
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