Zum Inhalt springen

Besondere Wahrnehmung Seven sieht rot, wenn andere R'n'B hören

Jan Dettwyler, besser bekannt als Musiker Seven, sieht seine Lieder. Was verrückt tönt, ist wissenschaftlich erklärbar: Seven ist Synästhet, sein Gehirn koppelt Musik mit Farben. So basiert auch sein neues Studioalbum «4Colors» auf einem Farbkonzept und versucht, die Musik optisch zu machen.

Legende: Video Seven sieht seine Lieder abspielen. Laufzeit 03:40 Minuten.
Aus News-Clip vom 03.11.2017.

Seven lebt in einer farbigen Welt. Während bei vielen Menschen Musik Emotionen auslöst, sieht er Farben. So kann ein Lied für ihn klar der Farbe Rot, ein anderes der Farbe Gelb zugeordnet werden.

Nicht der einzige Betroffene

Die Wissenschaft beschreibt dieses Phänomen als Synästhesie. Bei den Betroffenen koppeln sich im Gehirn zwei oder mehrere physisch getrennte Bereiche der Wahrnehmung. Manche Synästheten verbinden Farben mit Temperatur-Stufen, andere Buchstaben mit Musik und Seven eben musikalische Stimmungen mit Farben.

Mann neben Tisch.
Legende: Heute setzt Seven seine Synästhesie bewusst ein beim Komponieren neuer Songs. zvg / sevenmusic.ch

Er selbst nahm seine Begabung lange als Tick wahr. Erst bei einer Begegnung vor vier Jahren in Los Angeles begriff er, dass er nicht alleine war. Er traf auf einen Musiker, der ihn sofort verstand, so Seven gegenüber SRF. «Ich bin also wieder in meinem Ding drin und sage, das müsste noch ‹es bitz röter› sein und er sagt, ja mehr Bordeaux.»

Schnell hätten sie herausgefunden, dass sie beide Farben sehen, wo andere bloss Musik hören. So kam Seven zur Erkenntnis: «Also bin ich nicht der einzige, der komisch ist.»

Spiel mit der Synästhesie

Im neuen Album «4Colours» hat Seven seine Begabung nun bewusst einfliessen lassen. Das neue Album ist aber nicht nur farblich vielfältig, sondern auch musikalisch. Es erzählt eine Geschichte in vier Akten, vier Stimmungen und Farben. Musikalisch verbunden werden die vier Akte durch das Londoner Symphonie-Orchester.

Jedes Genre, jede Stimmung, jede Farbe habe ihn an seine Grenze gebracht, so Seven. «Das Konzept gab mir aber auch die Möglichkeit, noch extremer zu schreiben und zu produzieren, das heisst, wenn kalt und blau, dann darf es so richtig weh tun, richtig leiden.»

Auch in der Bühnenshow der aktuellen Tournee fliessen die vier Farben ein. «Genau wie auf dem Album fangen wir blau an, spielen blaue Songs, die für mich blau sind. Es gibt einen Übergang, es gibt auch eine optische Veränderung im Saal. Es geht zu gelb, dann zu rot und enden tut es mit Purple. Denn Purple ist für mich das Feuerwerk.»

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

1 Kommentar

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Reto Frischknecht (refrisch)
    Danke für den Beitrag! Es gibt viele Menschen mit besonderen Wahrnehmungen. Wenn es sich, wie bei Seven, um eine besondere optische Wahrnehmung handelt, so ist dies für die Betroffenen am Einfachsten zu erkennen. Der Stauss an besonderen Wahrnehmungen ist vielfältig und weit verbreitet, jedoch in der Regel nicht erkannt, weil sie nicht so offensichtlich sind wie besondere optische Wahrnehmungen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen