Brasilianische Literatur in Zofingen

Von Freitag bis Sonntag widmen sich die Literaturtage Zofingen dem Gastland Brasilien. Wie schon in den Vorjahren übernehmen sie damit das Gastland der Frankfurter Buchmesse. Die Literaturszene Brasiliens sei so vielfältig wie das Land selbst, meint die Programmleiterin der Literaturtage.

Brasilien ist in aller Munde. Soeben hat sich die Schweiz für die Fussball-WM 2014 in Brasilien qualifiziert und an der Frankfurter Buchmesse sorgte das Gastland Brasilien dieses Jahr nicht nur für positive Schlagzeilen.

Von der Lesung bis zum Sprachkurs

Die Programmleiterin der Literaturtage Zofingen freut sich auf das Gastland Brasilien. Das riesige Land sei geographisch und kulturell sehr verschieden, so Ursula Giger in der Abendsendung des SRF-Regionaljournals Aargau Solothurn. Und diese Vielseitigkeit spiegle sich auch in der Literaturszene des Landes.

Eine Brasilienfahne wird vor einem Gebäude in die Luft gehalten

Bildlegende: Zofingen ist vom Freitag bis zum Sonntag fest in der Hand der brasilianischen Literaturszene. Keystone

An den Literaturtagen Zofingen gibt es zum einen Lesungen von brasilianischen Autoren wie Luiz Ruffato, João Paul Cuenca oder Carola Saavedra. Zum anderen gibt es auch ein vielseitiges Rahmenprogramm rund um Brasilien und seine Autoren. Neben einem Konzert gibt es beispielsweise eine Diskussionsrunde zu den gängigen Brasilien-Klischees wie Karneval oder Fussball und auch einen Portugiesisch-Crash-Kurs.

Die Veranstaltungen sind alle für ein deutschsprachiges Publikum ausgelegt. Zum Einen sprechen verschiedene geladene Autoren gut deutsch, zum Andern gibt es wo nötig eine Übersetzung.

Die Frankfurter Buchmesse ist hilfreich

Der Auftritt des Gastlandes Brasilien an der Frankfurter Buchmesse stiess vielerorts auf Kritik. Davor fürchtet sich die Zofinger Programmleiterin Ursula Giger nicht.

Ihrer Meinung nach hing die Enttäuschung in Frankfurt mehr mit dem äusseren Auftritt zusammen. Beim Brasilien-Pavillon vermissten viele Leute die gängigen Klischees wie Samba oder Amazonas, die ganz bewusst nicht bedient wurden, so Giger. In Zofingen spiele die optische Darstellung dagegen keine grosse Rolle, im Zentrum stünden die Inhalte.

Die Orientierung der Literaturtage Zofingen an der renommierten Frankfurter Buchmesse sieht Giger auch Vorteile: «Wir profitieren von der Zusammenarbeit, da die Autoren von dort direkt zu uns kommen. Wir bieten dem Schweizer Publikum so die Möglichkeit, die Autoren hier noch einmal zu hören. Das Publikum muss also nicht nach Frankfurt reisen.»