Bremgarten plant Amokwarnsystem für seine Schulen

Um im Falle eines Amoklaufs das Schlimmste verhindern zu können, will Bremgarten als erste Gemeinde im Kanton Aargau ein Amok-Alarmierungssystem bauen. Als Vorbild dienen ähnliche Systeme in Schulgebäuden der Städte Zürich und Basel.

Ein Amoklauf ist ein sehr seltenes Ereignis. In der Schweiz ist es bisher noch nie vorgekommen, dass ein Schüler mit einer Waffe auf Mitschüler und Lehrer geschossen hat. Trotzdem plant die Stadt Bremgarten nun ein ausgeklügeltes Alarmierungssystem in den Schulhäusern einzubauen.

Im Rahmen einer Brandübung im Stadtschulhaus habe sich gezeigt, dass die Alarmierung der Lehrer und Schüler unzureichend sei, erklärt der zuständige Stadtrat von Bremgarten, Stefan Achermann: «Schüler und Lehrer haben nicht mitbekommen, dass sie aus dem Schulzimmer raus müssen.»

Amokschutz kostet 120 000 Franken

Einsatzfahrzeuge der Kantonspolizei Solothurn steht vor dem Schulgebäude im solothurnischen Langendorf wo es im März 2009 zu einer Messerstecherei gekommen war. Für solche Fälle will sich Bremgarten wappnen.

Bildlegende: 2009 kam es in einer Schule in Langendorf zu einer Messerstecherei. Für solche Fälle will sich Bremgarten wappnen. Keystone

Deshalb sollen nun in allen Schulzimmern zwei Alarmknöpfe installiert werden, einen für den Fall eines Amoklaufs und der andere für den Brandfall. Wird der Knopf gedrückt, geht ein Signal an Polizei, Feuerwehr und Sanität und ein anderes an die Schulhausglocke.

 Je nach Fall tönt das Warnsignal der Schulhausglocke anders. So wissen die Lehrer, ob es brennt und sie die Schulklasse evakuieren müssen oder ob es sich um einen Amoklauf handelt und sie die Schüler im Zimmer einschliessen müssen. Für den Fall eines Amoklaufs soll zusätzlich eine mechanische Schliesseinlage in jedes Schulzimmer eingebaut werden.

Kosten soll die Alarmierungseinrichtung: 120 000 Franken. Ob sie tatsächlich eingebaut wird, entscheidet die Gemeindeversammlung am 13. Juni.

Vorbild für das Alarmsystem in Bremgarten waren Schulen in den Städten Zürich und Basel sowie aus dem Süddeutschen Raum.