Brittnau will keine Asyl-Container

Das Stimmvolk von Brittnau hat in einer Referendumsabstimmung über den Kauf von Wohncontainern entschieden: Es sagt Nein zu einem Kredit von 250'000 Franken. Die Container sollten laut Gemeinderat als mögliche Asylunterkunft dienen.

Wohncontainer

Bildlegende: Auch in Brittnau möchte der Gemeinderat Asylbewerber in Containern unterbringen (im Bild: Asylunterkunft Landquart) Keystone

Der Gemeinderat von Brittnau wollte sich wappnen für einen möglichen weiteren Zustrom von Asylbewerberinnen und Asylbewerbern. Zwar bestehen in Brittnau bisher drei Unterkünfte: Die Zivilschutzanlage, eine angemietete Wohnung und ein Hausteil, den die Gemeinde kürzlich gekauft hat.

Aber der Gemeinderat befürchtet höhere Asylzahlen und wollte deshalb eine weitere Option: Wohncontainer im Wert von 250'000 Franken. An der Gemeindeversammlung vom 27. November 2015 lehnte das Stimmvolk dieses Kreditbegehren ab. An der Urne hat es diesen Entscheid nun bestätigt.

Schlussergebnis Referendumsabstimmung

Ja-Stimmen

Nein-Stimmen
900
46,5 %
1036
53,5 %

Die Stimmbeteiligung lag bei gut 69 Prozent. Die Referendumsabstimmung hat also viele Menschen an die Urne gelockt. Das Referendumskomitee wollte mit der Abstimmung «ein Zeichen für Solidarität» setzen, wie es vor der Abstimmung hiess. Für Referendumsführerin Zoë Bachmann ist das gelungen: «Das knappe Resultat zeigt, dass viele Menschen auf unserer Seite stehen.»

Das Nein zu den Containern will auch Andreas Zimmerli vom Komitee «Perspektive Brittnau» nicht als Votum gegen Asylbewerber verstehen. «Wir wollen Asylbewerber im Dorf, fühlen uns zur Aufnahme von Asylbewerbern verpflichtet. Aber wir sehen nicht ein, weshalb wir eine Viertelmillion ausgeben wollen für unökologische Container, die wir nach zehn Jahren wieder für teures Geld entsorgen müssen.»

Die Argumente der Befürworter:

  • Die Flüchtlingsströme reissen nicht ab - es braucht daher ausreichend Platz, um weiteren Hilfsbedürftigen Unterkünfte bieten zu können
  • Mit vier verschiedenen Standorten in der Gemeinde verringert sich das Risiko einer «Gettoisisierung», die Integration der Asylsuchenden wird einfacher
  • Die Wohncontainer stellen eine vergleichsweise kostengünstige Variante dar
  • Der Kauf der Wohncontainer ist für die Befürworter auch ein «Zeichen für die Solidarität», wie es in einem Interview mit dem «Zofinger Tagblatt» heisst

Die Argumente der Gegner:

  • Der Bedarf an Wohnraum für Flüchtlinge ist mit den bestehenden Räumlichkeiten gedeckt, auch ist die Unterbringung in einer Zivilschutzanlage für eine gewisse Zeit zumutbar, die Anschaffung der Container damit überflüssig
  • Container sind im Betrieb teuer (Heizkosten) und keine «würdige» Unterkunft für Asylsuchende
  • Die Container blockieren Bauland und damit die Entwicklung der Gemeinde Brittnau
  • Die diskutierten Standorte für die Containersiedlung sind allesamt ungeeignet