Brugg: Dank Finanzertrag auch 2017 schwarze Zahlen

Die Stadt Brugg rechnet im Budget 2017 mit einem kleinen Überschuss von rund 450'000 Franken. Möglich ist dieser aber nur dank den Erträgen aus Zinsen, Liegenschafts- und Beteiligungserträgen. Der Einwohnerrat hat das Budget am Freitagabend genehmigt.

Luftaufnahme der Stadt Brugg.

Bildlegende: Finanzielle Höhenflüge liegen auch für Brugg in den kommenden Jahren nicht drin. Keystone

Das Budget war im Einwohnerrat Brugg nicht bestritten. Einzig bei den Investitionen brachte der der Rat noch eine Korrektur an. Die Finanzkommission stellte den Antrag, den Ersatz eines Feuerwehrfahrzeuges für 345‘000 Franken aus der Investitionsrechnung zu streichen. Der Stadtrat solle das Geschäft separat traktandieren, so die Begründung. Nach einiger Diskussion wurde dieser Antrag knapp mit 21 zu 19 Stimmen gutgeheissen.

In der Schlussabstimmung genehmigte der Einwohnerrat das Budget 2017 deutlich mit 34 zu 8 Stimmen. Die Gegenstimmen kamen aus den Reihen der SVP. Die Volkspartei kritisierte, es werde zu wenig gespart.

Das Vermögen clever investieren

In Brugg reichen die Steuererträge nicht aus, um ein ausgeglichenes Budget zu erzielen. Die Stadt ist auf die sogenannten Finanzerträge angewiesen: «Unser Vermögen ist zum Beispiel in Wertschriften angelegt, dies generiert Zinseinnahmen», erklärt Willi Wengi (FDP), der Präsident der Finanzkommission in Brugg. Dazu kommen Einnahmen aus Liegenschaftsvermietungen oder Dividenden aus Beteiligungen, zum Beispiel an der IWB.

Mit dem Vermögen müsse man deshalb clever umgehen, sagt Wengi: «Wir müssen Investitionen tätigen, die später weitere Finanzerträge einbringen». Als Beispiel nennt Willi Wengi das Engagement der Stadt Brugg für den Bauplatz für den Campus-Neubau der Fachhochschule Nordwestschweiz. Nicht zuletzt dank der Fachhochschule sei Brugg ein attraktiver Wohn- und Arbeitsstandort geworden, so Wengi: «Diese Investition hat sich nachhaltig gelohnt».

Keine Steuererhöhung geplant

Im Gegensatz zum Budget kann der Einwohnerrat den Finanzplan lediglich «zur Kenntnis nehmen». Im Gegensatz zu vielen anderen Aargauer Gemeinden rechnet der Stadtrat von Brugg nicht mit einer Steuererhöhung in den kommenden Jahren.

Durch den geplanten Steuerfussabtausch mit dem Kanton dürfte der Steuerfuss von Brugg 2018 auf 97 Prozent sinken. Der Steuerfussabtausch steht im Zusammenhang mit der neuen Aufgabenteilung zwischen Kanton und Gemeinden (Kanton plus 3 Prozentpunkte, Gemeinden minus 3 Prozentpunkte). Über die Aufgabenteilung wird am 12. Februar 2017 abgestimmt.

Gemäss den Prognosen des Stadtrates sinkt das Vermögen von Brugg bis 2019 auf 53,4 Millionen Franken (Ende 2017 68,1 Millionen Franken). Verantwortlich dafür ist ein hoher Investitionsbedarf in diesen Jahren. Anschliessend soll Brugg wieder Vermögen aufbauen können (Ende 2011 58,1 Millionen Franken).

Das Budget 2017

Der Steuerfuss bleibt bei 100 Prozent. Aus dem laufenden Betrieb rechnet Brugg 2017 mit einem Verlust von fast 4,9 Millionen Franken. Nur dank einem Finanzertrag von fast 5,35 Millionen Franken kann Brugg einen Überschuss von rund 450'000 Franken budgetieren. Der Finanzertrag setzt sich zusammen aus Zinsen, Liegenschafts- und Beteiligungserträgen.