Bruno Gisler gedopt – Verband glaubt nicht an Absicht

Bruno Gisler wurde am Eidgenössischen Schwingfest in Burgdorf positiv auf Doping getestet. Der Kranzschwinger hatte Nikethamide eingenommen. Beim kantonalen Verband glaubt man nicht, dass Bruno Gisler absichtlich gedopt hat.

Bruno Gisler am Weissenstein-Schwinget 2013.

Bildlegende: Bruno Gisler: Ein Spagyrik-Spray seiner Frau wird ihm zum Verhängnis. Keystone

«Wir sind aus allen Wolken gefallen und noch immer etwas benommen», sagt der Mediensprecher vom Solothurner Schwingerverband, Hugo Schumacher, gegenüber dem Regionaljournal Aargau Solothurn von Radio SRF. Der Verband glaubt Bruno Gisler die Substanz unbewusst eingenommen zu haben. «Bruno Gisler ist nicht der Typ, der absichtlich dopt», sagt Hugo Schumacher weiter.

Den Spray seiner Frau eingenommen

Tatsache ist: Der 30-jährige Kranzschwinger Bruno Gisler hat gedopt. Anlässlich einer Kontrolle im September in Burgdorf wurden Nikethamide festgestellt. Diese sind gemäss Dopingliste verboten. Die Dopingkommission des Eidgenössischen Schwingerverbandes sperrt Gisler deshalb für sechs Monate. Der Kranz vom Eidgenössischen in Burgdorf wird dem Solothurner Schwinger aberkannt.

Bruno Gisler akzeptiert den Befund und auch die Sanktionen des Verbandes, wie er in einer kurzen Mitteilung am Freitagmorgen meldet. Gisler will am Nachmittag die Medien persönlich über den Fall informieren.

Allerdings gibt Gisler an, die verbotene Substanz unbewusst eingenommen zu haben. Er habe vor dem Eidgenössischen einen Spagyrik-Spray gegen Grippe appliziert.

Offenbar hat er sich dabei im familiären Medikamentenschrank vergriffen: Gisler gibt an, er habe wohl fälschlicherweise einen Spray genommen, den eigentlich seine Frau gegen Schwangerschaftsübelkeit benutzte.

Sportler sind für Medikamente selber verantwortlich

Die Dopingkommission hält die Begründung von Gisler für glaubwürdig. Trotzdem müsse sich der Schwinger dafür verantworten. Gemäss Reglement müssten Sportler nämlich selber dafür sorgen, dass sie keine Arzneimittel mit verbotenen Substanzen einnehmen.

Bruno Gisler hat 2013 das Weissenstein-Schwingen gewonnen. Er wohnt im Kanton Bern, schwingt aber für den Schwingclub Solothurn und Umgebung.

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Schwingen: Bruno Gisler beim Bungee Jumping

5:40 min, aus sportpanorama vom 11.8.2013