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Aargau Solothurn Bucheggberger Wirte ärgern sich über den Slowup

Über 30'000 Personen werden am Sonntag am Slowup Solothurn-Bucheggberg erwartet. Für das Velo-Festival werden zahlreiche Strassen gesperrt. Das ärgert die Wirte: Ausgerechnet am Muttertag – für viele der lukrativste Tag im Jahr – bleiben die Restaurant-Gäste auf der Strecke.

Strasse mit Ortsschild und Velofahrern, daneben ein Bauernhaus
Legende: Der Bucheggberg gehört am Sonntag den Velofahrern. Für den Slowup werden zahlreiche Strassen gesperrt. SRF / Marco Jaggi

Heinz Wüthrich klagt. Der Besitzer des Restaurants Schloss Buchegg rechnet damit, dass ihm am Muttertag 3500 Franken durch die Lappen gehen: «Wir sind abgeschnitten und haben einen riesigen Einschnitt beim Umsatz. Wir kommen nicht einmal auf einen normalen Sonntagsumsatz».

Fest für die Velofahrer, Ärger für die Autofahrer

So wie Heinz Wüthrich geht es noch anderen Wirten im Bucheggberg. Auch die Taverna Romana in Hessigkofen oder das Kreuz in Aetingen klagen über weniger Reservationen für den Muttertag.

Der Grund ist eine unglückliche Kombination. Ausgerechnet am Muttertag findet der Slowup Solothurn-Bucheggberg statt. Damit die Tausenden von Velofahrern freie Fahrt haben, werden in der Region zahlreiche Strassen gesperrt:

  • Die ganze Slowup-Strecke durch den Bucheggberg mitsamt Zufahrten
  • Der A5-Autobahnanschluss Solothurn Süd
  • Die Kantonsstrasse Bätterkinden-Lohn-Biberist-Zuchwil-Solothurn
  • Die Kantonsstrasse zwischen Wengi und Schnottwil

Es ist zwar jedes Restaurant erreichbar, aber zum Teil mit grossen Einschränkungen. Autofahrer müssen lange Umwege oder beispielsweise einen 500 Meter langen Fussmarsch von einem provisorischen Parkplatz zum Restaurant in Kauf nehmen.

Auswärtige Restaurant-Besucher bleiben aus

Heinz Wüthrich vom Restaurant Schloss Buchegg: «Ich muss allen Leuten am Telefon klar machen, dass wir Slowup haben. Und dann sollte man ihnen erklären, wo sie durchfahren müssen. Natürlich haben Kreuzungen offen, aber es ist so umständlich. Es ist zu kompliziert, um den Leuten von auswärts zu erklären, wo die Übergänge sind.»

Der Slowup Solothurn-Bucheggberg findet zum sechsten Mal statt. Bereits zum zweiten Mal findet er am Muttertag statt. Und in den nächsten Jahren droht der Konflikt erneut. Deshalb will das Organisationskomitee das Termin-Problem auf längere Sicht lösen.

Künftig im Juni?

OK-Präsident Benno Krämer: «Wir werden alles daran setzen, dass der Slowup nicht mehr am Mutttertag stattfinden wird. Wir sind bereits auf der Suche nach Ausweichterminen.» Einfach ist das aber nicht. Mittlerweile gibt es 19 Slowups in der Schweiz, die alle an einem anderen Tag stattfinden sollen. Die Agenda ist also schon ziemlich belegt.

In diesem Jahr sei es nicht anders gegangen, sagt Benno Krämer. Eigentlich hätte der Solothurner Slowup Ende Mai stattfinden sollen, dann sei aber das Eidgenössische Feldschiessen. Übernächsten Sonntag ist Pfingsten, da kann man ebenfalls keinen Slowup durchführen, und am Sonntag darauf ist bereits der Slowup Schaffhausen.

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Siegfried Schätti (Alpenwelt)
    Selbstverständlich ist es für Autofahrer 1x im Jahr unzumutbar einige Meter zu laufen. Ebenfalls ist es für die Restaurant nicht zumutbar, dass sie Ihren autofahrenden Kunden eine korrekte Weg Beschreibung an so einem Tag zukommen lassen.
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  • Kommentar von M. Keller (MK)
    Wie wenn dieser 'Slowup Solothurn-Bucheggberg' das wichtigste auf der Welt wäre. Das Terminproblem mit dem Muttertag gab's schon einmal und sie schaffen es auch im 2016 wiederum nicht. Wie schäbig ist dass denn und zeigt, dass die eigenen Interessen der Slowups und deren Organisatoren vor allen anderen Interessen stehen. Ist für mich auch eine ganz schwache Erklärung rsp. Ausrede vom OK-Präsident Benno Krämer. Kann aber auch nichts andere erwartet werden.
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  • Kommentar von Rolf Bolliger (robo)
    Wer KMU-Betriebe, Gasthofbesitzer oder sonstige Selbstständigerwerbende kennt, kann diese Sorgen im Bucheggberg-Gebiet sehr gut nachvollziehen! Die links/grünen Oeko-Heinis, die ausgerechnet den Muttertags-Sonntag für Ihre "Show" ausgewählt haben, interessiert das selbstverständlich nicht! Dieses Beispiel zeigt einmal mehr klar und deutlich, dass sehr viele Ideologen aus den Umwelt- und Autohasser-Gilden in einer völligen "Traumwelt" leben, ohne Rücksicht und Weitblick für die Arbeitenden!
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    1. Antwort von M. Keller (MK)
      Sehe ich genauso, Herr Bolliger. So unter dem Motto; 'immer schön die eigenen Interessen wahren und vertreten. Die anderen kenne ich ja nicht und gehen mir sowieso am A.... vorbei.'
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