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Bundesamt für Wohnungswesen Zieht der Bund 50 Mitarbeiter aus Grenchen ab?

Das Bundesamt für Wohnungswesen soll aufgehoben oder verkleinert werden. In Grenchen kämpft man dagegen an.

Verschwindet das Bundesamt für Wohnungswesen (BWO) aus Grenchen? Dies zumindest schreibt die «Sonntagszeitung». Wirtschaftsminister Johann Schneider-Ammann wolle das Amt aus Spargründen auflösen oder in das Generalsekretariat des Departements integrieren. Der Direktor des Bundesamtes habe seine Mitarbeitenden entsprechend informiert. Der Bundesrat bespreche das Thema an einer Sitzung im Mai.

Das ist das Bundesamt für Wohnungswesen

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Das Bundesamt für Wohnungswesen ist nach eigenen Angaben das «Kompetenzzentrum des Bundes für Wohnungsfragen». Der Bund muss sich laut Gesetz dafür einsetzen, dass alle Personen in der Schweiz eine Wohnung zu angemessenen Bedingungen (Miete) haben.

Das Bundesamt hat unter anderem folgende Ziele:

  • Förderung der Wohnraumbeschaffung für benachteiligte Gruppen und des genossenschaftlichen Wohnungsbaus.
  • Verbessern der Wohnverhältnisse in Regionen mit Problemen.
  • Ausgleich unterschiedlicher Interessen von Vermietern und Mietern.

Seit 1995 hat das Bundesamt seinen Standort in Grenchen. Zusammen mit der Stadt organisiert es jährlich im Herbst die Grenchner Wohntage.

Mit dem Weggang des Bundesamtes würden 50 Personen ihre Stelle verlieren – und die Stadt Grenchen eine weitere Amtsstelle. In den letzten Jahren wurden in der Uhrenstadt das Spital geschlossen, der Kanton zog das Zivilstandsamt und die Veranlagungsbehörde des Steueramtes aus Grenchen ab.

Wegzug als Worst Case für Grenchen

Über die Abwanderungspläne des BWO ist auch Stadtpräsident François Scheidegger informiert. Ein Wegzug wäre der schlimmste Fall für die Stadt. Er hoffe aber, dass dieser nicht eintreten werde. Auch ihm sei klar, dass der Bund organisatorisch etwa unternehmen müsse. Für Grenchen wäre aber der Wegfall von 50 Stellen im bereits schwachen Dienstleistungssektor eine schlimme Situation.

Er habe bereits mit nationalen Politkern das Gespräch gesucht und auch mit der Solothurner Volkswirtschaftsdirektorin Brigit Wyss gesprochen, so Scheidegger. Alle hätten ihm zugesichert, dass sie sich für den Standort Grenchen einsetzen würden. Er persönlich werde bei Bundesrat Schneider-Ammann intervenieren. Stadtpräsident Scheidegger hofft, dass das Bundesamt für Wohnungswesen nicht geschlossen wird, sondern eine «moderate Lösung» gefunden wird.

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