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Cargo sous terrain Aargauer Regierung sieht in der Güter-U-Bahn eine grosse Chance

Noch vor einem Jahr war Baudirektor Stephan Attiger (FDP) skeptisch. Jetzt unterstützt er das Projekt «Cargo sous terrain».

Legende: Audio «Diesen Pioniergeist soll man auch zukünftig nutzen» abspielen. Laufzeit 03:55 Minuten.
03:55 min, aus Regionaljournal Aargau Solothurn vom 23.01.2018.

Am Dienstag wurde bekannt: Das Projekt einer unterirdischen Güterbahn quer durch das Mittelland hat Finanzierungszusagen in Höhe von 100 Millionen Franken erhalten. Damit ist die geplante «Cargo sous terrain» einen wichtigen Schritt weiter.

SRF: Stephan Attiger, ist die Aargauer Regierung einverstanden mit dem Projekt «Cargo sous terrain»?

Stephan Attiger: Ja, der Kanton Aargau unterstützt das Projekt. Selbstverständlich ist der Weg noch weit und sind noch nicht alle Fragen geklärt. Aber wir sind froh, dass der Bund das an die Hand nimmt und Private, die investieren wollen, unterstützt.

Das tönt anders als auch schon. Noch vor einem halben Jahr waren Sie skeptisch. Sie sahen das Projekt als Konkurrenz zum kombinierten Güterverkehr Strasse-Schiene. Jetzt tönen Sie begeistert. Warum diese Kehrtwende?

Es ist keine absolute Kehrtwende. Viele Fragen, die wir hatten, sind mittlerweile geklärt. Uns interessieren vor allem die Hubs, wo die Güter zu- und weggeführt werden. Wie ist das dort organisiert? Da haben wir viele Antworten erhalten und sind heute überzeugt, dass das System eine Ergänzung ist und keine Konkurrenz. Und es zeigt sich einmal mehr, dass wenn Private als erstes im Aargau investieren wollen, der Handlungsdruck hier sehr gross ist.

Die Kantone sagen jetzt, man solle das Projekt weiterverfolgen. Sie sagen aber auch, man müsse gewisse Dinge noch vertiefter prüfen. Welche?

Es geht um das ganze Verfahren. Es soll jetzt ein Bundesgesetz geben, das finden wir richtig. Die Frage ist: Was wird wo bewilligt? Braucht es eine Umweltverträglichkeitsprüfung für das Gesamtprojekt oder für jeden einzelnen Standort? Oder: Wer übernimmt Anpassungen an den Kantonsstrassen, die zu den Hubs führen? Wir konnten feststellen, dass die Initianten diese Fragen ernst nehmen und die Interessen der Kantone im weiteren Verfahren eingebracht werden können.

Eine solche autonome Güter-U-Bahn gibt es noch nirgends auf der Welt. Sehen Sie darin auch eine Chance für den von der Regierung propagierten «Hightech-Kanton Aargau»?

Davon bin ich überzeugt. Das wird eine Schweizer Technologie sein, die man weiterverwenden kann. Gerade auch im Transportbereich hat die Schweiz in der Geschichte schon Wesentliches geleistet. Wir haben den längsten Eisenbahntunnel und die steilsten Zahnradbahnen der Welt. Diesen Pioniergeist soll man auch zukünftig nutzen.

Die Fragen stellte Stefan Ulrich.

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