Casino Baden scheitert definitiv in Wien

Nun ist es definitiv: Die Grand Casino Baden AG kann in Wien kein neues Casino in Betrieb nehmen. Ein Rechtsstreit ist verloren, die Badener Firma gibt nach monatelangem Kampf auf.

Spieler im Casino Baden

Bildlegende: Keine Expansion nach Österreich: Aktuell ist die Stadtcasino Baden AG nur noch in der Schweiz und in Deutschland aktiv. Keystone

Das Projekt für ein neues Casino im Palais Schwarzenberg in Wien hat der Stadtcasino Baden AG kein Glück gebracht. Der Verwaltungsgerichtshof in Wien hob die erteilte Lizenz wegen Verfahrensfehlern endgültig auf.

Mit dem letztinstanzlichen Entscheid müsse das Projekt beendet werden, teilte die Stadtcasino Baden AG am Freitag mit. «Wir sind riesig enttäuscht», sagt CEO Detlef Brose gegenüber SRF. Es würden Schadenersatzforderungen gegen die Republik Österreich geprüft. «Wir haben keine Fehler gemacht. Und müssen nun nach drei Jahren Projektarbeit und über vier Millionen Euro Investitionen aufgeben.»

«  Wir sind riesig enttäuscht. »

Detlef Brose
CEO Stadtcasino Baden AG

Das Unternehmen wollte zusammen mit dem deutschen Automatenkonzern Gauselmann mehr als 50 Millionen Euro investieren und im historischen Palais Schwarzenberg neben der Schweizer Botschaft in Wien ein Casino betreiben.

Hin- und Her in Österreich

Mitte Juni 2014 hatte das österreichische Finanzministerium die Lizenz erteilt. Im ersten vollen Betriebsjahr wurden mit bis zu 250'000 Besuchern pro Jahr und mit einem Spielergebnis in der Höhe von 33 Millionen Franken gerechnet.

Doch gegen die Lizenz für das Casino im barocken Palais Schwarzenberg reichte die bisherige Monopolistin, Casinos Austria, Beschwerde ein. Es kam zu einem Rechtsstreit.

Der Verwaltungsgerichtshof in Wien, das Höchstgericht in verwaltungsrechtlichen Angelegenheiten, hob nun aber die durch den Bundesminister für Finanzen erteilten Casinokonzessionen wegen Verfahrensfehlern definitiv auf. Von «eklatanten Fehlern» spricht Casino-Boss Detlef Brose.

Nur ein ausländisches Casino-Projekt läuft

Der Entscheid habe auf das Jahresergebnis 2016 keine negativen Auswirkungen, hält die Stadtcasino Baden AG fest. Im vergangenen Jahr hatte sie wegen des Projekts eine ausserordentliche Wertberechtigung von 3,3 Millionen Franken vorgenommen.

Auch das B-Casino in Davos läuft nicht wie erwünscht. Detlef Brose hofft hier auf eine Steuersenkung durch die Politik. Die finanzielle Situation der Stadtcasino Baden AG sei aber nicht beunruhigend, versichert CEO Detlef Brose. «Wir haben unser Haupthaus in Baden, wir prüfen auch weitere Konzessionsgesuche und entwickeln zudem ein Online-Casino im Rahmen der aktuellen gesetzlichen Möglichkeiten.»

Ein Ausland-Engagement funktioniert bisher: In Sachsen-Anhalt habe man gerade mit einem Partner das zweite Casino eröffnen können, sagt Detlef Brose. Der Geschäftsverlauf interessiert auch die Steuerzahler: Mit 50 Prozent hält die Einwohnergemeinde Baden die höchste Beteiligung an der Stadtcasino Baden AG.