Cédric Wermuth wird Co-Präsident der SP Kanton Aargau

Cédric Wermuth ist neuer Co-Präsident der SP Kanton Aargau. Er präsidiert die Partei gemeinsam mit Grossrätin Elisabeth Burgener. Das haben die Delegierten an ihrem ordentlichen Parteitag am Samstag in Aarau mit erstaunlich grosser Mehrheit entschieden.

Die Gewählten mit Blumen

Bildlegende: Nationalrat Cédric Wermuth und Grossrätin Elisabeth Burgener wurden vom SP-Parteitag deutlich gewählt. SRF

Wermuth erhielt in der geheimen Wahl 110 von 115 gültigen Stimmen. Burgener wurde mit 111 Stimmen gewählt. In der kurzen Diskussionen vor der Wahl hatten sich alle fünf Rednerinnen und Redner für die zwei einzigen Kandidierenden stark gemacht.

Im Vorfeld waren auch innerhalb der SP kritische Stimmen über die Kandidatur Wermuth laut geworden. Der junge Politiker eckte als Präsident der Jungsozialisten und als Nationalrat mit seiner frechen Art und seinen pointiert linken Positionen auch an.

«Ich bin nicht immer gleicher Meinung wie Cédric, ich wollte eigentlich nur Elisabeth wählen», erklärte ein SP-Mitglied am Parteitag. Allerdings habe er sich dann doch entschlossen, den «beiden eine Chance zu geben».

Er sei «direkt, ehrlich - und nicht immer unkompliziert», so beschrieb Wermuth seinen Charakter vor den Delegierten. Er setze sich für die Werte Freiheit, Gleichheit und Solidarität ein. Es brauche im Aargau «nicht weniger, sondern viel mehr Sozialdemokratie», sagte er.

Er wolle als Co-Präsident die Arbeit in den Sektionen stärken und eine Sprache finden, welche die Menschen verstehen würden. Wermuth machte deutlich, dass er nicht auf vordergründige Provokationen setzen will.

Vom Einer- zum Zweierticket

Burgener und Wermuth im Gespräch

Bildlegende: Die künftige Arbeitsteilung ist zwar noch offen: Burgener und Wermuth sind aber von ihrer «Kompatibilität» überzeugt. SRF

Der 28-Jährige Politiker aus Baden hatte im März zunächst seinen alleinigen Anspruch auf die Leitung der Kantonalpartei angekündigt. Eineinhalb Monate später machte er einen halben Rückzieher: Wermuth und Burgener gaben ihre gemeinsame Kandidatur bekannt.

Die 53-jährige Grossrätin Elisabeth Burgener aus Gipf-Oberfrick hatte wiederholt Interesse am Präsidium angemeldet. Die Sozialarbeiterin und Werklehrerin gehört dem Kantonsparlament seit März 2007 an. Sie spüre «grosse Kampfeslust», sagte Burgener am Parteitag.

Wermuth war 2011 in den Nationalrat gewählt worden. Von 2008 bis 2011 war er Präsident der JUSO Schweiz und bis Ende 2011 Vizepräsident der SP Schweiz. Auf kantonaler Ebene verfügt Wermuth jedoch über kein politisches Amt. Er ist nicht Mitglied des Grossen Rates.

Arbeitsteilung ist noch offen

Marco Hardmeier beim Referieren

Bildlegende: Marco Hardmeier gibt sein Amt als Parteipräsident nach zehn Jahren ab. SRF

Die unterschiedlichen Ämter von Wermuth und Burgener seien ein Vorteil, erklärten die beiden nach der Wahl gegenüber SRF. «Nationale Kampagnen können von Cédric geführt werden, kantonale Kampagnen von mir», so Elisabeth Burgener. Allerdings hätten die beiden noch nicht entschieden, wie sie die Arbeit genau aufteilen wollten.

Wermuth betonte, dass er das neue Amt in der Kantonalpartei nicht als Plattform für die eigene politische Karriere nutzen wolle. «Wir machen das für die Partei, nicht für uns selber», so Wermuth. «Das ist vor allem Knochenarbeit.»

Das vierte Co-Präsidium innerhalb von 20 Jahren bei der SP Aargau ersetzt den bisherigen Präsidenten, Grossrat Marco Hardmeier, und Vizepräsidentin Eva Schaffner. Hardmeier hatte die Partei während sieben Jahren geleitet. Das Aargauer SP-Präsidium ist ein Ehrenamt. Es gibt jedoch eine pauschale Spesenentschädigung.