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Chaos im Güterverkehr Das grosse Aufatmen bei den Transporteuren

Die komplette Sperrung der Rheintal-Bahnstrecke hat zwei grossen Aargauer Transportfirmen hektische Zeiten beschert. Ab Montag ist die Strecke wieder offen für den Güterverkehr. Die Ausfälle auf der wichtigen Nord-Süd-Achse zeigen sich nun aber in der Firmenkasse der Transporteure.

Verbogene Gleise
Legende: Die verbogenen Geleise an der Tunnel-Baustelle in Rastatt (Baden-Württemberg) sorgten für Chaos im Güterverkehr. Keystone

Es seien zwei schwierige Monate gewesen und er sei froh, dass diese Zeit nun vorbei ist, sagt der Chef der Bertschi AG aus Dürrenäsch. Bei der grossen Aargauer Transportfirma laufen über 20 Prozent des Jahresumsatzes von 800 Millionen Franken über die Rheintal-Bahnstrecke.

«Wir schätzen, dass wir etwa 50 Millionen Franken verlieren werden», so Hans-Jörg Bertschi. Das beschränke sich nicht nur auf die vergangenen knapp zwei Monate, sondern auch auf die Zukunft. Man habe Kunden verloren und einige davon blieben vermutlich auf der Strasse sagt der CEO der Bertschi AG.

Ein Schlag für den kombinierten Verkehr?

Dieser Effekt macht auch Benjamin Giezendanner Sorgen. Man versuche zwar jetzt, wenn die Bahnstrecke wieder offen ist, Kunden sofort wieder zurückzuholen, sagt der Chef der Aargauer Giezendanner AG. Ein Teil der Kundschaft wolle das aber mindestens vorübergehend nicht: «Wir haben Kunden, die verlangen, dass wir Transporte über die Strasse abwickeln.»

Die Rothrister Firma gehört im kombinierten Güterverkehr, also dem koordinierten Transport auf Schiene und Strasse, zu den grössten der Schweiz. Falls die Kunden sich von der Schiene abwenden würden, wäre das schwierig für Benjamin Giezendanner: «Das tut uns weh, weil unser Herz im kombinierten Verkehr ist.»

Auch beim Rothrister Unternehmen spürt man die zwei Monate in der Kasse und rechnet mit einem Verlust von mehreren hunderttausend Franken, sagt der Geschäftsführer.

Offene Fragen zu Schadenersatz

Auf den Verlusten und Ausfällen wollen beide Firmen nicht einfach sitzen bleiben. Man prüfe nun, welche Schritte und Ersatzforderungen man stellen könne, heisst es bei den Transportunternehmen. Es sei ja von ihrer Seite unverschuldet, also werde man natürlich Forderungen stellen, sagt zum Beispiel Giezendanner.

Bei der Bertschi AG klingt es ähnlich. Man rechne sich zwar nicht allzu viel aus von rechtlichen Schritten. Dennoch sei es wichtig der Bahn aufzuzeigen, wie gross der entstandene Schaden sei, betont Hans-Jörg Bertschi: «Es wäre nicht nötig gewesen die Strecke so lange komplett zu sperren», findet der Aargauer Firmenchef. Nun müsse man die Folgekosten klar aufzeigen.

2 Kommentare

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  • Kommentar von Charles Dupond (Egalite)
    Eine kilometerlange Untergrabung einer Strecke laesst sich nicht wie ein Bombentrichter in ein paar Stunden oder die Reumung einer Leiche in ein paar Minuten bewerkstelligen. Die DB hat fuer eine schnellere Wiederaufnahme des Betriebes die ganze Baustelle samt der Bohrmaschine zubetonieren und mit einer Eisenbetonplatte eine neue Unterlage basteln lassen. Wenn statt dessen die Baustelle gerettet worden waere, haette der Unterbruch viel laenger dauern muessen....
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  • Kommentar von Charles Dupond (Egalite)
    Wenn die Bahn Reisende stehen laesst deren Flugtickets ersatzlos verfallen, mit einem Zehnfrankengutschein fuer SBB-Leistungen (gut neofeudal 15 Franken fuer Erstklasspassagiere) abfertigt und das auch noch rein freiwillig, wird es interessant sein, was Gewinnsuechtlinge fuer Verderb oder gar keine Werte vernichtende blosse Verspaetung von Waren werden absahnen koennen. Viele Kunden mussten mit den "rettenden" Cammioneuren langfristige Knebelvertraege abschliessen und koennen deshalb nicht zur B
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