Chef ABB Schweiz setzt auf Energieeffizienz und Steckdosen

Seit Januar 2013 ist Remo Lütolf der neue CEO der ABB Schweiz. Fast 7000 Mitarbeiter sind ihm unterstellt. 5000 davon arbeiten im Aargau. ABB Schweiz ist damit einer der grössten Arbeitgeber im Kanton. Das Unternehmen soll im Ausland, aber auch in der Schweiz wachsen.

Remo Lütolf, Chef von ABB Schweiz, in seinem Büro.

Bildlegende: Seit Anfang Jahr ist Remo Lütolf Chef von ABB Schweiz. Er setzt auf Hightech und konventionelle Technik. SRF

Die ABB Schweiz mit Sitz in Baden machte 2012 einen Umsatz von 3,52 Milliarden Franken. Dies ist etwa gleich viel wie 2011. Gewinnzahlen gibt ABB Schweiz keine bekannt. Das Geschäft mit energieeffizienter Stromübertragung (Halbleiter) und das Forschungszentrum in Dättwil laufen gut. Der Absatz für Turbolader für Schiffsmotoren allerdings ist gesunken.

Kein weiterer Stellenabbau bei ABB Turbo Systems

Das Service Center von ABB Turbolader in Baden.

Bildlegende: Das Service Center von ABB Tubolader in Baden: Das Geschäft läuft nicht mehr so gut. SRF

Gleich zu Beginn des Jahres musste Remo Lütolf, CEO der ABB Schweiz, schlechte Nachrichten für das Tubolader-Werk in Deitingen (SO) verkünden. 145 Stellen werden gestrichen.

«75 der Betroffenen haben wieder ein Stelle. Für den Rest suchen wir eine Lösung. Zusammen mit ABB-Vertretern und namhaften Aargauer Firmen veranstalten wird am 5. März einen Stellenmarkt. So hoffen wir auf gute Anschlusslösungen», relativiert Lütolf im Gespräch. Weitere Stellen wolle man nicht abbauen, so Lütolf. «Diese Massnahmen genügen, um den Umsatzeinbruch im Geschäft mit Turboladern für grosse Schiffsmotoren aufzufangen», ist der ABB-Chef überzeugt.

Erneuerbare Energien und Steckdosen für Schweizer

Die ABB Schweiz setzt auf erneuerbare Energien aus Wind oder Sonne. Hier forscht und arbeitet das Unternehmen vor allem in der Stromübertragung. Mit Gleichstrom-Lösungen soll Strom effizient, möglichst ohne Verlust, über grosse Distanzen übertragen werden. Von der Windturbine über den Meeresboden ans Land, zum Beispiel.

«Wir haben aber auch Märkte lange links liegen gelassen. Zum Beispiel verkauft ABB in Deutschland schon lange gewöhnliche Steckdosen. Das machen wir seit Kurzem nun auch in der Schweiz. Hier erhofen wir uns einiges», so Lütolf im Gespräch. Weiter will ABB Schweiz aber auch in Europa, Asien und Nord- und Südamerika wachsen.

«Ingenieure können gut rechnen»

Remo Lütolf ist 56 Jahre alt, gelernter Elektroingenieur und sieht gerade seinen beruflichen Hintergrund als Vorteil. «Das technische Verständnis hilft, im Alltag, aber auch im Gespräch mit Kunden. Die Technik fasziniert mich», so Lütolf im Gespräch mit dem Regionaljournal. Als Ingenieur könne er aber auch gut planen und rechnen. Und diese Eigenschaften helfen als CEO durchaus, ist Lütolf überzeugt.

Bis zur Pension bei der ABB?

Haupteingang des Power Tower Gebäudes der ABB in Baden.

Bildlegende: Power Tower Gebäude der ABB in Baden. Remo Lütolf möchte bei der ABB pensioniert werden. zvg

Seit 1999 ist Lütolf bei der ABB Schweiz. Vorher arbeitete er bei Siemens in Zug und bei Landis und Gyr. Bei der ABB konnte er Erfahrungen in verschiedenen Managementpositionen sammeln.

Unter anderem hat er vier Jahre in Shanghai, China, verbracht. «Eine spannende Zeit, die mir auch gezeigt hat, wie rasch sich China entwickelt und wie zielstrebig die Chinesen arbeiten», berichtet Remo Lütolf. Auf die Frage, ob er sich vorstellen kann, hier bei ABB Schweiz pensioniert zu werden, antwortet er: «Klar, der Job hier gefällt mir, die Philosophie der ABB passt mir, ich kann mir das sehr gut vorstellen».