Ciriaco Sforza: «Die Spieler brauchen einfach Vertrauen»

Seit Ciriaco Sforza das Traineramt des FC Wohlen übernommen hat, reitet der Verein auf einer Erfolgswelle. Ende letzter Saison konnte Sforza gerade noch in extremis den Abstieg des FCW verhindern. Und in dieser Saison hat Wohlen bisher noch kein einziges Mal verloren.

Ciriaco Sforza im Gespräch mit Regi-Redaktor Stefan Brand im Stadion Niedermatten in Wohlen.

Bildlegende: Ciriaco Sforza im Gespräch mit Regi-Redaktor Stefan Brand im Stadion Niedermatten in Wohlen. SRF

Auch in der siebten Runde der aktuellen Challenge League Saison bleibt der FC Wohlen ungeschlagen. Im Heimspiel gegen Chiasso kommen die Freiämter zwar nicht über ein 0:0 unentschieden hinaus, trotzdem verteidigen sie damit ihre klare Position an der Tabellenspitze.

Sforza ist der Schlüssel zum Erfolg

Wenn man Ciriaco Sforza nach seinem Rezept für diesen Erfolg fragt, danach, wie er diesen FC Wohlen aus der Krise direkt an die Spitze der Challenge League geführt hat, dann gibt er keine einfache Antwort. Natürlich liege der Erfolg nicht an ihm alleine, sagt er bescheiden. Natürlich gehöre immer eine motivierte Mannschaft dazu, ein engagierter Staff im Hintergrund und auch eine gute Infrastruktur.

Trotzdem ist Trainer Sforza beim FC Wohlen im Moment die Schlüsselfigur für den Erfolg, das bescheinigen auch die Spieler und Funktionäre. Worin also liegt das Erfolgsgeheimnis?

«  Ich habe den Spielern das Vertrauen gegeben. Mein Vertrauen in sie und das Vertrauen in sich selber. »

Nach einigen Minuten im Gespräch sagt Ciriaco Sforza einen entscheidenden Satz: «Ich habe gar nicht viel umgestellt in der Mannschaft, ich habe den Spielern einfach das Vertrauen gegeben. Mein Vertrauen in sie und das Vertrauen in sich selber.» Die Spieler seien stark, man müsse das einfach abrufen können.

Es brauche dazu auch eine gute Fehlerkultur erklärt Sforza gegenüber dem Regionaljournal Aargau Solothurn von Radio SRF: «Die Spieler dürfen auch mal Fehler machen, trotzdem halten alle zusammen, das macht die einzelnen Spieler und die ganze Mannschaft stärker.»

Ausserdem müsse man mit Misserfolg und Druck vor allem im Kopf richtig umgehen, findet der FCW-Trainer, das Mentale sei von grosser Bedeutung: «Wir haben auch schon gezeigt, dass wir auch in Spielen wenns mal nicht so gut läuft, noch reagieren können.»

Ob Bundesliga oder Challenge League

Für Sforza ist der Trainer-Job beim FC Wohlen eine «Herzensangelegenheit». Sforza ist ganz in der Nähe des Stadions Niedermatten geboren und aufgewachsen, deshalb ist das Engagement für seinen Heimatverein etwas Spezielles.

Ciriaco Sforza

Bildlegende: Seit Ciriaco Sforza Trainer des FC Wohlen ist, läuft es den Freiämtern mehr als gut. Keystone

Aber ob in der grossen Bundesliga oder in der kleinen Challenge League, Sforza fasst die Devise einfach zusammen: «Es ist der gleich Platz mit zwei Toren, man muss ein Tor mehr schiessen als der Gegner um zu gewinnen.» Natürlich habe man in der Bundesliga viel mehr Medienrummel, aber auch in der Challenge League gehöre man zu den Top-20-Teams eines Landes und müsse sich im Profisport behaupten.

Vom Jäger zum Gejagten

Unter Ciriaco Sforza hat sich der FC Wohlen gewandelt. Aus dem Abstiegskandidaten ist ein Meisterschaftsfavorit geworden, aus dem Jäger ein Gejagter: «Ich sage der Mannschaft in jedem Training, dass nun alle anderen gegen uns gewinnen wollen, das heisst wir müssen nochmals die doppelte Leistung bringen», macht Sforza klar.

Seine Zielsetzung ist klar. Wohlen sollte sicher die ganze Saison unter den besten drei Teams mitspielen können, und wie es dann Ende Saison steht, das werde sich zeigen.

(Regionaljournal Aargau Solothurn 17:30 Uhr)