Illettrismus Dank Aargauer Schreibbar besser lesen und schreiben

Sie haben in der Schweiz die Schule besucht, können aber trotzdem nicht gut genug lesen und schreiben. Illettrismus nennt sich dieses Phänomen. Rund 10 Prozent der erwachsenen Bevölkerung ist hierzulande davon betroffen. Ein neues Angebot im Aargau soll den Betroffenen nun helfen.

Seit 30 Jahren unterstützt der Aargauer Verein «Lesen und Schreiben für Erwachsene» deutschsprachige Erwachsene, die an Illettrismus leiden. Der Verein bringt ihnen die Regeln bei und zeigt ihnen, was sie in der Schule verpasst haben.

Interesse an Kursen drastisch geschwunden...

Frau hält Stift und Block.

Bildlegende: In einer Schreibbar können sich Betroffene nun beraten lassen. Colourbox

Seit einigen Jahren sind die Zahlen der Kursteilnehmer jedoch dramatisch rückläufig. Gut einen Drittel weniger Teilnehmer zählt Ueli Zuelauf, Präsident des Vereins. Über die Gründe kann er nur spekulieren. «Wir haben keine schlüssige Erklärung. Möglicherweise liegt es an der Digitalisierung.»

Diese dränge Menschen mit Illettrismus noch mehr an den Rand der Gesellschaft. Vielleicht aber, so Zuelauf, habe es auch mit den Korrekturprogrammen zu tun, die den Betroffenen im Alltag zunehmend helfen. So oder so – für den Verein ist klar, dass er auf die Menschen zugehen muss.

...deshalb kommt nun ein niederschwelliges Angebot

Im Beratungszentrum «ask!» in Aarau veranstaltet der Verein deshalb neu jeden Montagabend eine Schreibbar. Dort können sich Erwachsene kostenlos und ohne Voranmeldung beraten lassen.

«Zum Beispiel kann man sich den Unterschied zwischen das und dass erklären lassen oder man keinen Text vorbeibringen.» Präsident Ueli Zulauf hofft, dass die Schreibbar letztendlich den einen oder anderen dazu bringt, einen Kurs zu besuchen, um langfristig besser lesen und schreiben zu lernen.