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Aargau Solothurn Das Leben auf dem Durchgangsplatz Aarau

Im Moment demonstrieren die Schweizer Fahrenden für mehr Durchgangs- und Standplätze in der Schweiz. Doch wie leben die Fahrenden überhaupt? Wie verdienen sie ihr Geld? «Schweiz aktuell» hat die Fahrenden auf dem Durchgangsplatz Aarau besucht.

Legende: Video Das Leben auf dem Durchgangsplatz Aarau abspielen. Laufzeit 04:41 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 30.04.2014.

«Guten Tag, mein Name ist Graf. Ich suche Arbeit. Ich schleife Scheren und Messer, habe Sie etwas?» So tönt es, wenn Franz Graf und seine Schwester Monya Huber auf der Suche nach Arbeit sind. Die beiden Jenischen leben momentan auf dem Durchgansplatz Aarau. Sobald sie Messer oder Scheren bekommen, werden diese direkt am Strassenrand geschliffen. Zwischen zwei und zwölf Franken kostet ein Messer.

Wie viel Geld sie genau verdienen, wollen die Jenischen nicht sagen. Es ist ihnen aber wichtig darauf hinzuweisen, dass auch sie Steuern, AHV und andere Abgaben bezahlen – wie alle anderen Schweizer auch. Angemeldet ist die Familie von Monya Huber in Siders im Kanton Wallis. Dort ist auch ihr Winterquartier – ein Mobilehome.

Bildung unterwegs

Die Kinder der Familie besuchen in dieser Zeit auch die Schule in Siders. Auf dem Durchgangsplatz in Aarau lernen sie von unterwegs aus. Die Lehrer und Lehrerinnen geben den Schülern Aufgaben mit, die sie bis Ende Schuljahr machen müssen. Die meisten Fahrenden haben so einen Schulabschluss erlangt.

Eine «normale» Berufslehre haben die meisten jedoch nicht. Ihr Handwerk – Altmetallhandel, Scheren- und Messer schleifen, Tuchhandel – lernen sie von den Eltern oder anderen Verwandten.

Gott und die Familie

Monya Hubers Alltag ist auch von Gott geprägt, dieser sei sehr wichtig für sie. Aber auch die Familie ist für Monya Huber ein wichtiger Bestandteil, so freut sie sich immer, wenn ihre Kinder mit den Enkelkindern auf demselben Durchgangsplatz Halt machen.

Die erwachsenen Kinder seien aber eigenständig, sie würden selbst entscheiden, wann sie wo seien, erklärt Monya Huber. So gäbe es auch kein Sippenoberhaupt, das bestimmt, wie wann wo was läuft.

Verschlossene Gesellschaft

Für einen Tag öffnen die Jenischen ihre Türen gerne. Klar ist aber auch, dass sie ein eigenes Volk sind. So ist es für Monya Huber wichtig, dass ihre Sprache, das Jenische, eine Geheimsprache bleibt. Sesshafte dürfen mit ihnen auch nur mitkommen, wenn sie sich in die Familie einheiraten.

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