Das Museum Aargau sammelt neu auch Industriekultur

Die Historische Sammlung des Museums Aargau hat einen Kinderschlitten gekauft. Die Designerin Christa Rüetschi hat den traditionellen Küttiger «Frosch» neu aufgelegt. Mit dem Ankauf dieses Schlittens markiert das Museum Aargau, dass es künftig vermehrt Industriekultur sammeln will.

Der neu designte Schlitten Küttiger Frosch.

Bildlegende: Dieser Designer-Schlitten gehört nun auch zu den Zehntausenden von Objekten im Depot des Museums Aargau in Egliswil. zvg

Das Museum Aargau unterhält eine riesige Sammlung an Objekten. In einem Lagergebäude in Egliswil stehen Zehntausende von Gegenständen aus der Antike bis zur Gegenwart. Seit über 150 Jahren sammeln die Verantwortlichen der Aargauer Museen solche Gegenstände.

Vor 100 Jahren habe man auch mal eine ägyptische Mumie oder orientalische Waffen in die Sammlung aufgenommen, schreibt Museum Aargau in einer Mitteilung vom Donnerstag. Heute fokussiert man klar auf Objekte mit einem Bezug zum Kanton Aargau. Der Begriff «historisch» hingegen soll nun etwas weiter ausgedehnt werden.

Ein historischer Gegenstand in neuem Kleid

Denn der jüngste Sammlungsschwerpunkt heisst «Industriekultur». Die Historiker und Sammler wollen Gegenstände aus dem Bereich Industrial Design ankaufen und einlagern. Das entspreche klar dem Konzept, sagt Sammlungsleiter Rudolf Velhagen gegenüber Radio SRF. «Es ist unser Auftrag, dass wir Objekte sammeln, die zeigen, dass immer noch etwas produziert wird. Für uns ist das Alte im Neuen und das Neue im Alten.»

Geschichtskenntnisse seien für Designer aber auch für Betrachter wichtig. Der Kinderschlitten «Chüttiger Frosch» von Designerin Christa Rüetschi ist ein gutes Beispiel: Der Schlitten ist klar am historischen Original angelehnt, aber mit modernem Design versehen und an die aktuelle Zeit angepasst.

Führungen durch das Sammlungsdepot

Aktuell sind die Tausenden von gesammelten Objekten in einem Depot in Egliswil mehr oder weniger weggeschlossen. Das Museum Aargau will diese Sammlung nun aber vermehrt zugänglich machen. Neu werden verschiedene Führungen angeboten, zu bestimmten Themen.

Im April gibt es zum Beispiel Führungen über die Geschichte der Beleuchtung. Sie tragen den Titel «Von der Kerze bis zur Bauhaus-Lampe».