«Das Stadion brauchen wir nur für die Super League»

Die Fussballstadien in Aarau und St. Gallen kosten und kosteten die Verantwortlichen Nerven. Im Fall von Aarau muss das Bundesgericht entscheiden, ob das Stadion gebaut werden kann. Das Stadion in St. Gallen wiederum stand vor dem Konkurs.

Drei Männer sitzen auf einer Bühne und haben Mikrofone in der Hand.

Bildlegende: Dölf Früh (l.) und Lukas Pfisterer (r.) sprechen mit SRF-Reporter über die Schwierigkeiten mit den Stadien. SRF Urs Tanner

Ein neues Fussballstadion. Der Traum vieler Vereine, welcher zum Albtraum werden kann. In Aarau verhindert ein einzelner Einsprecher seit Monaten, dass das Stadion gebaut werden kann. Ähnlich war es auch in St. Gallen. Der richtige Albtraum begann jedoch erst, nachdem das Stadion gebaut und eröffnet wurde.

Geschichte des Stadion Aarau (Torfeld Süd)

  • Oktober 2007: Volk sagt in einer ersten Abstimmung «Ja» zum Stadion
  • Mai 2014: Die Stadt erteilt die Baubewilligung
  • Januar/August 2015: Aargauer Regierung und danach auch das Verwaltungsgericht lehnen die Beschwerde gegen die Baubewillgung ab
  • Oktober 2015: Die Privatperson zieht die Beschwerde weiter ans Bundesgericht

Geschichte des Stadion St. Gallen (AFG-Arena)

  • September 1999: Volk sagt in einer ersten Abstimmung «Ja» zum Stadion
  • September 2005: Spatenstich
  • Mai 2008: Stadion wird eröffnet
  • 2010: FC St. Gallen (und damit auch dem Stadion) droht der Konkurs. Dölf Früh und weitere Investoren retten den Club.

Bereits nach der Eröffnung des neuen Stadions geriet der FC St. Gallen in die Schlagzeilen. Um die Finanzen des Clubs stehe es nicht gut, berichteten die Medien. Die Situation verschärfte sich danach immer mehr. 2010 stand der FCSG und damit auch das neue Fussballstadion vor dem Konkurs.

Dass es zu dieser Situation kam, verwundert den heutigen Präsidenten des FC St. Gallen Dölf Früh, nicht. Der Fussballclub hatte sich schlicht finanziell verschätzt. «Das merkt jeder Club, der zuvor eine einfache Infrastruktur hatte». So hatten viele Personen im alten Stadion ehrenamtlich gearbeitet. Zudem waren die Sicherheitskosten deutlich kleiner. Mit dem neuen Stadion stiegen somit die Kosten deutlich, was zuvor niemand erwartet hatte.

In Aarau will man aus den Fehlern von St. Gallen lernen. Der Aarauer Baudirektor Lukas Pfisterer sagt im Gespräch mit Radio SRF: «Man darf keine Luftschlösser bauen». Man müsse genau planen und schauen, was es brauche und was nur Wünsche sind. So soll ein Debakel wie in St. Gallen verhindert werden.

1. Liga und neues Stadion: Das geht nicht

Der FC St. Gallen hat seine Krise übrigens überwunden. Heute habe man seine Ausgaben im Griff, so Dölf Früh. Allerdings gibt es gerade im Fussball noch einen weiteren Faktor, welcher weniger berechenbar ist: Die sportliche Leistung. Denn letztlich lohnt sich ein neues Stadion nur, wenn ein Club in der Super League spielt.

Das sieht auch der Aarauer Baudirektor so. Das neue Stadion wird für die höchste Liga gebaut. Längere Zeit in der Challengue League oder gar in der Ersten Liga kann sich der FC Aarau also nicht erlauben – und leisten.