Das «Tretrecht» in Obermumpf

Zwischen 1. November und 31. März seien Querfeldeintouren wegen des «Tretrechts» wieder erlaubt, schreibt die Gemeinde Obermumpf in einer Mitteilung. Wobei das «Tretrecht» im ursprünglichen Sinn eigentlich nicht als Einladung für Spaziergänge zu verstehen ist.

Das «Tretrecht» ist ein Relikt aus vergangenen Zeiten der Landwirtschaft, als man noch mit Ochsen und Pferden pflügte.

Bildlegende: Das «Tretrecht» ist ein Relikt aus vergangenen Zeiten der Landwirtschaft, als man noch mit Ochsen und Pferden pflügte. Keystone (Bearbeitung SRF)

Beim Bauerverband Aargau reagiert man erstaunt auf die Publikation der Gemeinde Obermumpf: «Dass man Spaziergänger fast dazu aufruft, querfeldein zu spazieren, das finde ich sonderbar», sagt Geschäftsführer Ralf Bucher auf Anfrage des Regionaljournals Aargau Solothurn von Radio SRF. Er rechne aber nicht damit, dass derzeit besonders viele Menschen über die Felder spazieren: «Man holt sich ja nur dreckige Schuhe», lacht er.

Auch beim Solothurner Bauernverband heisst es auf Anfrage, dass das Spazieren eigentlich nur auf Juraweiden explizit erlaubt sei - im Flachland nicht. Es sei aber auch kein Drama, wenn ab und zu jemand über ein Feld gehe. Sobald der Boden gefroren sei, sei es eh kein Problem mehr

«Tretrecht» für Pfluggespanne

Das «Tretrecht» ist eigentlich ein Relikt aus früheren Zeiten. Als die Bauern noch mit Ochsen- oder Pferdengespannen pflügten, durften sie zum Wenden des Gespanns auf das Feld des Nachbarsbauern treten. Das «Tretrecht» ist aber noch heute im Aargauischen Einführungsgesetz zum ZGB festgeschrieben.

Für den motorisierten Bauern heisst das «Tretrecht» «Radwenderecht». Ein solches ist im Solothurnischen Einführungsgesetz zum ZGB festgeschrieben. Ein Bauer darf demnach auch mit dem Traktor auf dem Feld des Nachbarsbauern wenden, aber nur wenn «dadurch die Kulturen des Nachbarn nicht wesentlich Schaden leiden».