Denkmaltage auf den Spuren der Esskultur in der Region

«Zu Tisch» ist das Motto der 21. Europäischen Tage des Denkmals. Schweizweit, an über 800 Veranstaltungen, dreht sich alles um das leibliche Wohl. Die Ess-und Trinkkultur wird beleuchtet. Auch im Aargau und im Kanton Solothurn sind die Denkmaltage ein grosses Thema.

Die diesjährigen Tage des Denkmals vom 13. und 14. September stehen unter dem Motto «Zu Tisch». Ein Thema, das aufzeigt, wie Lebensmittel das Umfeld des Menschen von jeher geformt haben und von diesem wiederum geprägt wurden. 20 Veranstaltungen gehen im Kanton Aargau und deren 7 im Kanton Solothurn dem Thema Tisch und Küche nach.

Was Komposthaufen über das Essen verraten

Zum Beispiel wird anlässlich der Denkmaltag die Geschichte der markanten Salzbohrtürme im Aargauischen Bad Zurzach erklärt. Die Bohrtürme dienten ab 1916 der Gewinnung von Industriesalz.

In Brugg können Besucher im historischen Speisewagen von 1926 Platz nehmen und ein Mittagessen vom ursprünglichen Kohlekochherd geniessen. Auf Schloss Wildegg können Besucher nach einer Einführung in die Lebensphilosophie von Pfarrer Sebastian Kneipp eine einfache Kräutersauce herstellen.

Was haben Adlige früher gegessen?

Auf Schloss Hallwyl in Seengen erzählt Kurator Thomas Frei vom Museum Aargau, was Komposthaufen über die Essgewohnheiten der im 15. Jahrhundert ansässigen Adligen verraten. «Fischgräte, Schwein- und Lammknochen und verschiedene unverdauliche Samen haben die Archäologen gefunden», sagt Thomas Frei gegenüber von Radio SRF.

Essen und Trinken im Industriezeitalter

Das Herrenhaus des Solothurner Landsitzes Blumenstein wurde 1726-1728 erbaut und beherbergt heute ein Museum. Der Konservator zeigt am Wochenende die schönsten Stücke der Besteck- und Geschirrsammlung. Das Kloster Dornach wiederum wurde ab 1672 errichtet. Nach der Aufhebung des Klosters 1990 wandelte sich der Gebäudekomplex zu einem Hotel. Auch hier geht man der Ess- und Trinkkultur nach.

Einblick ins Kosthaus der Schuhfabrik Bally Schönenwerd

In Schönenwerd wird die ehemalige Schuhfabrik Bally und die Essgewohnheiten der Arbeiter beleuchtet. Besucher können unter anderem das bekannte Kosthaus besichtigen. Während des Rundgangs durch das Areal zeigt Philipp Abegg, Mitglied der Bally-Stiftung, dass sich die Arbeiter der Fabrik sehr einseitig ernährt haben. «Nebst Haferbrei und Kartoffelpüree haben sie Kaffee und Schnaps getrunken.»