«Der Aargauer Jura ist nicht gefährlich. Aber…»

Gleich zwei Menschen sind in den vergangenen Tagen im Aargauer Jura zu Tode gekommen. Wird der Aargauer Jura etwa unterschätzt? Der Geschäftsleiter der Aargauer Wanderwege verneint. Wer gut ausgerüstet sei und sich auf den Wanderwegen aufhalte, könne nicht abstürzen.

Landschaft im Aargauer Jura mit viel grünem Wald

Bildlegende: Die liebliche Aargauer Berglandschaft ist ungefährlich. Ein bisschen Aufmerksamkeit beim Wandern ist aber immer nötig. Aargau Tourismus

«Es gibt im Aargauer Jura sicher einzelne Strecken, die anspruchsvoller sind. Aber die normalen signalisierten Wanderwege sind nicht gefährlicher als andere Wanderwege», sagt Horst Sager, Geschäftsleiter der Aargauer Wanderwege. Der Verein hält im Aargau 1650 Kilometer Wanderwege in Schuss.

Anspruchsvoll sei etwa der Lägeren-Grat, sagt Sager. Als einziger Weg im Aargau sei der Lägeren-Grat als Bergwanderweg gekennzeichnet, also nicht mit gelben, sondern mit weiss-rot-weissen Schildern.

Tödliche Unfälle sind nicht auf Wanderwegen passiert

Die beiden tödlichen Unfälle der vergangenen Tage will Horst Sager vom Bürotisch aus nicht analysieren. Er stellt aber fest, dass beide nicht auf signalisierten Wanderwegen passiert seien.

Der 12-Jährige, der nach einem Sturz in Sulz gestorben ist, war eine Geröllhalde hinabgestürzt. Und der 64-jährige Mann, der bei der Wasserfluh zu Tode kam, war auf einem selten begangenen Trampelpfad unterwegs.

«Wenn sich die Leute an die Regeln halten, sich auf den signalisierten Wanderwegen aufhalten und nichts Aussergewöhnliches machen, sollte keine Absturzgefahr bestehen», meint der Geschäftsleiter der Aargauer Wanderwege im Interview mit dem Regionaljournal Aargau Solothurn.

Ein Paar gute Schuhe genügt

Dass die Wanderer den Aargauer Jura unterschätzen, glaubt Horst Sager nicht. Zwar seien die meisten nicht für eine Bergtour ausgerüstet. Das brauche es aber auch gar nicht. Der Aargauer Jura sei eher für spontane, kurze Ausflüge geeignet. Deshalb sei ein Paar gute Schuhe ausreichend.

Grundsätzlich schliesst sich Horst Sager den Schilderungen im Wandermagazin «Schweiz» an: «Die liebliche Aargauer Juralandschaft braucht keine schaurigen Abgründe und düsteren Schluchten, es sind keine einsamen Höhen zu erklimmen. Das Wandern durch den Aargauer Jura vermittelt ganz im Gegenteil das Gefühl von Geborgenheit und Ruhe».