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Aargau Solothurn Der Aargauer Kripo-Chef Urs Winzenried hört auf

Vor 35 Jahren arbeitete der 29-jährige Jurist Urs Winzenried bei einer Zürcher Bank, dann folgte der Wechsel an die Spitze der Aargauer Kriminalpolizei. Schon am ersten Arbeitstag hatte es der damals jüngste Kripo-Chef der Schweiz mit einer Leiche zu tun. Nun ist Schluss mit Mord- und Totschlag.

35 Jahre lang arbeitete Urs Winzenried für die Aargauer Kantonspolizei, 35 Jahre Jahre lang als Chef der Kriminalpolizei. Knapp 29 Jahre alt war er erst, als er als junger Jurist 1979 von einer Zürcher Bank in den Aargau wechselte und jüngster Kripo-Chef der Schweiz wurde.

In seiner Amtszeit bearbeitete Winzenried über 150 Tötungsdelikte. Über 95 Prozent dieser Fälle konnte die Kripo Aargau unter Winzenrieds Leitung lösen. Eine sensationelle Quote, die ihn schweizweit bekannt machte. Nur gerade 9 Fälle harren noch der Klärung.

Musik wäre auch eine Möglichkeit gewesen

Viele seiner Fälle erregten grosses Aufsehen: Winzenried brachte den mehrfachen Kindermörder Werner Ferrari hinter Gitter, löste die Fälle des Uzi-Killers und des Dreifachmörders von Wohlen, den spektakulären 10-Millionen-Coup eines Geldtransporterfahres, der europaweit Aufsehen erregte, die Ermordung des Aupair-Mädchens Lucy.

Die Arbeit eines Kripochefs beschränkt sich nicht nur auf Kapitaldelikte. Wir haben auch mit Brandstiftungen und solchen Dingen zu tun.
Autor: Urs WinzenriedKripo-Chef Kantonspolizei Aargau

Urs Winzenried zeigt selten bis nie Gefühlsregungen, gegen aussen wirkt er spröde, unbeteiligt. Er gilt als unnahbar, manche nennen ihn sogar einen Eisblock. Er habe seine Gefühle im Griff, sagt Winzenreid, gefühllos sei er aber nicht.

Privat ist Winzenried in zweiter Ehe verheiratet, er hat einen längst erwachsenen Sohn und wohnt in Aarau im Telliquartier unweit von seinem Arbeitsplatz.

In seiner Freizeit spielt er Fagott. Kokett meint er gegenüber einer AZ-Journalistin: Wäre er nicht Kripochef geworden, hätte er sich auch eine Karriere als Musiker vorstellen können. In der Musik kann er vergessen, abschalten kann er auch bei Laufen, Velofahren oder Schwimmen.

In den 35 Jahren als Kripo-Chef blieb ich trotz allem ein optimistischer Mensch.
Autor: Urs WinzenriedKripo-Chef Kantonspolizei Aargau

Trotz Pensionierung geht's weiter

Ende April geht Urs Winzenried mit 64 Jahren in Pension. Und doch ist immer noch nicht definitiv Schluss. Winzenried übernimmt als Troubleshooter interimistisch die Leitung der Interkantonalen Polizeischule in Hitzkirch (LU).

Wegen unterschiedlicher Auffassungen innerhalb der Schulleitung trat der langjährige Direktor Christoph Tanner per Ende März zurück. Winzenrieds Aufgabe ist nun, des Schiff Polizeischule so lange auf Kurs zu halten, bis ein neuer Direktor gewählt ist.

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