Der Altweibersommer rettet den Aargauer Wein

Der nasse Sommeranfang machte den Winzern in der Region Sorgen. Zudem kämpften viele mit den Folgen des Frosts im April. Nun können sie aufatmen. Der schöne Altweibersommer hat viel wett gemacht. Es litt zwar die Quantität, aber es profitiert nur die Qualität des Weins.

Rebberg mit blauem Himmel im Hintergrund

Bildlegende: Die Rebberge am Hallwilersee liefern in diesem Jahr zwar weniger Wein, aber besseren Wein - sagt der Winzer. zvg/Weingut Lindenmann

Frostige Aprilnächte, ein mehr als nasser Sommerstart, Mehltau und Kirschessigfliege – die Voraussetzungen für Trauben und Winzer waren 2016 nicht gerade ideal.

Weisse Trauben

Bildlegende: Aktuell werden die Riesling-Sylvaner geerntet. Frühere Sorten sind bereits im Fass. Keystone

Dank der schönen Herbstwochen sieht es jetzt aber überraschend gut aus, heisst es zum Beispiel beim Weingut Lindenmann in Seengen am Hallwilersee.

Auf über 8 Hektaren bewirtschaftet der Familienbetrieb Reben am See. Thomas Lindenmann freut sich über die sonnigen Herbsttage.

Die Weinqualität sei sehr gut, der Zuckergehalt sei gestiegen, und man habe weniger Probleme mit der Kirschessigfliege gehabt als befürchtet, sagt er gegenüber Radio SRF.

«  Was wir bis jetzt ernten konnten, ist super Ware. »

Thomas Lindenmann
Winzer, Seengen

Man sei froh über die Sonnentage, so Lindenmann. Momentan erntet sein Betrieb Riesling Sylvaner, andere frühere Sorten sind bereits im Fass. Die Qualität stimme bis jetzt, freut sich Lindemann. Im September gab es zehn Sommertage über 25 Grad, deutlich mehr als im Sommermonat Juni, sagen die Zahlen von SRF Meteo.

Die Fliege mag gutes Wetter nicht

Die gute Weinqualität wird durch Peter Rey, kantonaler Rebbaukommissär im Aargau, bestätigt. Auch er freut sich darüber, dass die Kirschessigfliege keine grösseren Schäden anrichten konnte. «Das Viech mag das Licht nicht, und es mag die Trockenheit nicht», sagt er.

Das Wetter habe geholfen, sagt Rey im Interview mit Radio SRF. Zwar fehle immer noch die Erfahrung mit dem Schädling. Im Vergleich zum Kirschessigfliegenjahr 2014 seien die Winzer aber gut vorbereitet gewesen, so Rey.

Weniger Wein, aber besserer Wein

Rey ewartet einen sehr guten Weinjahrgang 2016 im Aargau. Allerdings müsse man bei der Menge Abstriche machen. 10 bis 15 Prozent weniger soll es im zehnjährigen Schnitt geben, rechnet er. Hauptursache dafür sind die Frostnächte im April, die gewisse Winzer hart getroffen haben.

Lästiger Schädling

Die Kirschessigfliege ist in Südostasien beheimatet. 2009 wurde sie in Spanien, Frankreich, Italien und Slowenien, 2011 in der Schweiz, Österreich, Belgien und Deutschland nachgewiesen. Sie gilt in der Landwirtschaft als Schädling, da sie die reifenden Früchte von Kirschen oder Trauben und anderen schädigt. (Quelle: Wikipedia).