Der Bettag ist für die Heso nun ein guter Tag

Offen und gut gefüllt: Zum ersten Mal überhaupt hat die Herbstmesse Solothurn (Heso) an einem Bettag ihre Tore geöffnet. Eine Gesetzesänderung macht es möglich: Der Bettag ist ein «gewöhnlicher Feiertag» geworden. Für die Heso ist das ein guter Tag. Sie will aber auch eine Werte-Diskussion führen.

Bäckerei-Verkaufsstand an der Heso

Bildlegende: Aussteller und Gastronomen freuen sich: Auch am Bettag bleibt die Herbstmesse nun geöffnet. zvg (Archivbild)

«Es sieht aus wie an einem ganz normalen Sonntag», sagt Heso-Geschäftsführer Urs Unterlerchner am Sonntagabend gegenüber SRF. Der Messeleiter ist froh, dass seine Aussteller nun auch am Bettag ihre Kunden empfangen dürfen. «Es ist nun einmal so, dass die Leute vor allem am Wochenende Zeit haben für einen Messebesuch. Dieser Tag ist deshalb wichtig für die Heso.»

Die Wogen sind geglättet

Die politische Diskussion im Kanton Solothurn ist vorbei: Das Stimmvolk hatte die Herabstufung des Bettags zu einem «gewöhnlichen Feiertag» beschlossen. Vor allem kirchliche Kreise hatten sich gegen die Gesetzesänderung gewehrt. Inzwischen sind die Gräben aber zugeschüttet.

Anlässlich einer Podiumsdiskussion haben die drei Landeskirchen des Kantons Solothurn an der Heso am Bettag eine Werte-Diskussion geführt. «Die Diskussion war sehr spannend», sagt Heso-Leiter Unterlerchner.

Und: «Es ging gar nicht so sehr um die Religion. Wir haben gemerkt, dass die Kirchen und das Gewerbe zum Teil ganz ähnliche Probleme haben. Beide leiden darunter, dass die Gesellschaft immer individualisierter ist.»

«Werte-Diskussion» auch an der Heso 2015

Die Podiumsdiskussion sei gut besucht gewesen, erklärt Unterlerchner weiter. Und er will gemeinsam mit den Kirchen diese «Werte-Diskussion» weiter führen. «Wir werden diesen Anlass für die nächste Heso sogar noch ausbauen.»

Als «Versöhnungsakt» will Unterlerchner die Podiumsveranstaltung aber nicht sehen: «Eine Versöhnung zwischen Kirchen und Heso ist gar nicht nötig. Wir hatten unterschiedliche Interessen, aber keinen Streit».