«Der Einsatz in Seon war für das Care-Team ein besonders langer»

Wenn sie auf dem Unfallplatz erscheinen, dann handelt es sich um keinen gewöhnlichen Unfall: 33 Personen arbeiten für die Aargauer Care Teams und betreuen nicht nur Einsatzkräfte, sondern alle, die das wünschen. David Bürge ist zuständig für die Teams und berichtet vom schwierigen Arbeitsalltag.

Ein total demolierter Auto-Motorblock.

Bildlegende: Beim Unfall in der Nacht auf Sonntag starben in Seon eine 50-jährige Frau und ein 60-jähriger Mann. ZVG

Sie müssen 365 Tage im Jahr bereit stehen, 24 Stunden pro Tag: Die Care Teams. Dort arbeiten Freiwillige, die in Pflegeberufen tätig sind, als Seelsorger arbeiten oder aus dem psychologischen Bereich kommen. Drei von ihnen mussten auch am letzten Sonntag ausrücken, ins aargauische Seon.

Die Todesnachricht überbringen

Die Situation vor Ort: Ein schwerer Verkehrsunfall mit zwei Toten und zwei Schwerverletzten. «Insgesamt waren drei Personen im Einsatz, zwei davon mussten zusammen mit der Polizei die Todesnachricht an Angehörige überbringen», erzählt David Bürge im Gespräch mit Radio SRF. Er ist zuständig für die rund 33 Freiwilligen der Aargauer Care-Teams.

Es gebe keine spezielle Kategorie von Einsätzen, die «besonders heftig» seien, erklärt Bürge. Es komme immer auf den Einsatz drauf an. Aber eines lasse sich sehr wohl sagen:

«  Gerade schlimme Unfälle mit Kindern und Suizide sind sicher eher heftig zum Verarbeiten. »

David Bürge
Kommandant Kantonales Katastrophen Einsatzelement

Betreut werde jeder, der Betreuung braucht, sagt Bürge. Einsatzkräfte aber auch sogenannte Ersthelfer, welche als erste am Unfallort waren und womöglich besonders aufgewühlt sind.

Care Teams sind heutzutage nicht mehr wegzudenken, wenn es schlimme Unfälle gibt. Während sich viele früher nicht getrauten, über schlimme Erlebnisse zu sprechen, sei dies heute glücklicherweise möglich, glaubt Bürge.